Benotung 6. Klasse

Unsere grossen Kleinen und unsere kleinen Grossen. Was uns in diesem Abschnitt der Kinder begleitet, beschäftigt und interessiert.

Moderator: conny85

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Häxli-Mami
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Re: Benotung 6. Klasse

Beitrag von Häxli-Mami »

In der Klasse von meinem Sohn hat es ein Mädchen das irgendwie alles kann. Sie macht natürlich die Gymiprüfung und wird wohl auch bestehen. Ob jemand durch Intelligenz oder Fleiss eine Prüfung besteht ist in der Zeugnisnote nicht sichtbar, aber der Lehrer kann es erklären. Fleiss gehört zu den Sachen die für Eltern unsichtbar durch Beobachtung benotet werden.
Mein Sohn kommt manchmal auch mit einer sechs in einem Test heim, aber da kommt es halt auch drauf an ob ihm das Thema grad liegt oder nicht. Im Zeugnis macht der Lehrer keine sechs - niemand ist perfekt. Dass ein Kind so gut wie überall einen Sechser verdient hätte kann im Zeugnis dazu geschrieben werden. Bei uns (Kt. ZH) hat es unten bei den Noten noch ein paar freie Linien für solche Sachen.

Wir haben heute das Übertritts-Gespräch für die Sek gehabt wo es darum geht wo mein Sohn eingeteilt wird. Da spielen auch Sachen wie Selbständigkeit, Ordnung oder auch das Einhalten von Regeln mit rein. Die Noten gehören natürlich dazu und da kommt noch mit rein wie im Unterricht mit gemacht wird und ähnliches.
Bei uns werden sowohl in der Primarschule, als auch in der Sek die Vorbereitungen von Präsentationen/Vorträgen in den entsprechenden Noten mit hinein genommen. Das wird dann mit einem vorgegebenen Formular nach fixen Kriterien entschieden wo der Lehrer während dem Vortrag mit einem einfachen Raster ankreuzen kann wie der Vortrag ist und welche Punkte wie gut erfüllt werden. Das wird dann benotet und wir dürfen das daheim unterschreiben. So wie jeder andere Test auch. Wir sehen also auch wie so eine Note zustande kommt und können das nach voll ziehen. Es ist auch für unseren Sohn gut zu wissen wo er sich beim nächsten Vortrag verbessern kann und was gut gewesen ist.
Grundsätzlich kommt es aber auch immer auf die Lehrperson an. Kommen Schüler und Lehrer halbwegs miteinander klar kann das durchaus Einfluss auf die Noten haben ohne, dass der Lehrer etwas macht. Wenn die Chemie stimmt kann man besser lernen, aber nicht alle kommen mit allen gleich gut aus...
Grüessli vom Häxli-Mami mit Zeichnerin 2008 und Energiebündel 2011

Rose809
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Re: Benotung 6. Klasse

Beitrag von Rose809 »

@Häxli-Mami: Genau so ist es an der Schule meiner Kinder auch mit der Benotung.

Mich erstaunt, dass viele schreiben, es gäbe keine 6er im Zeugnis. Das ist bei uns ganz anders. Hier werden sehr viele 6er verteilt. Ein Freund meines Sohnes hatte im letzten Zeugnis (6. Klasse, Kt ZH) ganze 6 6er, also praktisch in allen wichtigeren Fächern plus im Sport.
Meine Tochter ist im 1. Gymi (Langzeit, Kt ZH) und sie hat gerade erzählt, dass in ihrer Klasse viele Mädchen mit einer 6 als Vornote an die Aufnahmeprüfung seien (von den Jungs weiss sie es nicht so genau).
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Häxli-Mami
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Re: Benotung 6. Klasse

Beitrag von Häxli-Mami »

@Rose809 Sechser im Zeugnis gibt es nicht, in Tests aber schon weil da ja nur das Wissen an sich geprüft wird. Mein Sohn hat mal in Mathe einen 3er heim gebracht und im Zeugnis dann schlussendlich doch eine 4 - 5 gehabt. Da spielt halt eben mehr als nur der Nontendurchschnitt der Tests eine Rolle und das kann die Zeugnisnote verändern. Mein Sohn konnte so den schlechten Tag vom Mathetest wieder gut machen.

Bei uns ist es auch so, dass die Schrift die Noten beeinflusst. Kann der Lehrer die Antwort nicht lesen gibt es beim Test entsprechend Abzug und damit halt eine schlechtere Note. Anders gesagt: Was der Lehrer nicht lesen kann wird als Fehler gezählt. Schön schreiben und nicht ganz so schnell sein lohnt sich also. Es gibt so viele Sachen die eine Zeugnisnote indirekt beeinflussen können ohne, dass wir Eltern das mit bekommen.

Grundsätzlich sollte man aber immer die Lehrperson fragen können. Geht dies aus unerklärlichen Gründen mehrfach nicht würde ich das der Schulleitung melden. Das könnte auf persönliche Probleme der Lehrperson hin weisen.
Ich habe so etwas als Lehrling selber erlebt und das ist echt heftig gewesen. Unsere damalige Französisch-Lehrerin ist manchmal einfach aus dem Unterricht davon gelaufen oder gar nicht erst erschienen. DIIE Katastrophe für KV-Lehrlinge im zweiten Lehrjahr! Wir haben damals alles versucht. Vom Gespräch mit der Lehrerin selber, über Gespräche mit unserem Klassenlehrer und die Kombination Französisch-Lehrerin - Klasse - Klassenlehrer. Als das nicht geholfen hat sind wir zum Rektor, aber der konnte auch nichts dagegen machen. Die Lehrerin hat einfach so weiter gemacht. Schlussendlich bin ich als Klassensprecherin der einen und M. als Klassensprecher der Paralellklasse beim Berufsbildungsamt gewesen und haben dort Meldung gemacht. Die Lehrerin hat Berufsverbot bekommen und ihre Nachfolgerin ist vor einem Scherbenhaufen gestanden. Ein halbes Jahr vor der LAP musste sie uns das bei bringen was eigentlich für zwei Schuljahre gedacht gewesen wäre! Ich habe die LAP mit einem knappen 3er in Französisch bestanden und damit im Mittelfeld gewesen. Die Klassenbeste hat es glaub auf eine 4,5 geschafft weil sie nicht das Richtige lernen konnte.
Fazit: Auch das Verhalten der Lehrer kann die Noten der Schüler beeinflussen!
Grüessli vom Häxli-Mami mit Zeichnerin 2008 und Energiebündel 2011

AnneSo
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Re: Benotung 6. Klasse

Beitrag von AnneSo »

Ich gebe zu, dass ich grosse Mühe mit dieser Bewertungspraxis in der Primarschule habe. Für mich ist das sehr undurchsichtig und auch sehr sympathieabhängig. Aus meiner Sicht ist die Bewertung im Gymi wesentlich transparenter (ob besser sei dahingestellt). Jede LP gibt anfangs Semester ein Blatt ab auf dem genau steht, was wie bewertet wird in diesem Semester (also zB 2 Tests und ein Semesterauftrag, die je ganz zählen und eine mündliche Note, die halb zählt - meistens noch Details dazu), der Schnitt wird dann mathematisch gerundet. Die Jugendlichen tragen alle Noten in einem App ein und wissen immer, wie sie stehen. Bei meiner Tochter ist zudem in einer Weisung der Schulleitung ganz klar geregelt, wie viele Noten gesetzt werden müssen, wie viele Prüfungen in einer Woche stattfinden dürfen, dass die Prüfungen innerhalb von 14 Tagen korrigiert und besprochen werden müssen etc. Klar, die Mündlichnote gibt auch immer etwas Diskussionen von wegen fair und unfair, aber immerhin ist das Verfahren transparent. Mein Sohn findet übrigens, dass es im Gymi endlich nicht mehr so eine Mädchenbevorzugung sei. Es kommt darauf an, was man an den Prüfungen zeigt und nicht, ob man alles schön aufschreibt, den Titel in Regenbogenfarben gestaltet und die Bilder sauber und fleissig ausmalt. Er hat darunter in der Primarschule ziemlich gelitten. Auch für kreative Denker hat es am Gymi viel mehr Platz.

nala11
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Re: Benotung 6. Klasse

Beitrag von nala11 »

Ich sehe das wie AnneSo. Ich finde die Bewertung viel zu intransparent und willkürlich. Die Schüler haben oft auch keine Ahnung wo sie notenmässig stehen.
Wir hatten 1-8.Klasse klare Regeln, mathematisch berechnete Noten, es war klar, welche wie viel zählt und wann ab- und aufgerundet wird. Bei meiner Tochter am Gymnasium ist es immer noch so, bei meinem Sohn in der 3.Oberstufe hat es jetzt aufs neue Modell gewechselt. Er ist nicht schlechter geworden dadurch, das ist nicht das Problem, aber ich erlebe es als willkürliches Notengeben, bei dem jeder Lehrer sein eigenes Süppchen kocht und null Transparenz da ist.

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Ursi71
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Re: Benotung 6. Klasse

Beitrag von Ursi71 »

ragusa hat geschrieben: Do 8. Feb 2024, 11:59 @ AnneSo: Das tönt interessant, wusste ich so nicht.

@ Beurteilungsdossier: habe ich auch noch nie gehört, geschweige denn wurde uns so etwas gesagt. Mich würde einfach wirklich wunder nehmen, was passiert, wenn man eine Note "nicht so hinnehmen" möchte im kanton ZH. Ich würde es z. Bsp. begrüssen, wenn man über jedes Kind so ein Dossier erstellt und nachvollziehbare Gründe sieht, wieso die Note X zu Stande gekommen ist. Dies würde bei uns viel Diskussionsbedarf ersparen. Auch gewisse Leitplanken würde ich sinnvoll finden, weil es für uns als Eltern eine gewisse Kontrolle gibt, in welchen Leitplanken Noten gegeben werden. Aktuell bin ich einfach etwas hilflos, weil ich keine oder wenige Anhaltspunkte habe bezüglich Benotung.

Aber wie gesagt, eigentlich wollte ich gar nicht so eine Diskussion lostreten... :oops:
Liebe Ragusa, ich wollte mal auf diese Grundsatzfrage zurückkommen. Zur Benotung allgemein schau mal hier:
https://www.zh.ch/de/bildung/schulen/vo ... 1914485621
Werkzeuge für die Lehrer zur Beurteilung findest du hier:
https://www.zh.ch/de/bildung/informatio ... ugnis.html

Zu Frage, was passiert, wenn du mit einer Note nicht einverstanden bist: Eigentlich ist eine Note im juristischen Sinn eine Verfügung, also anfechtbar. Du müsstest wohl zuerst eine Begründung der Lehrperson verlangen, dann könntest du sie anfechten, vermutlich via Schulleitung und dann Schulbehörde (Schulpflege) und dann Bildungsdirektion.
Auf jeden Fall würde ich zunächst die Note mit der Lehrperson ansprechen. Ich gehe davon aus, jetzt steht eh gerade ein Übertrittsgespräch an?
Das ganze gilt allerdings nur für die Note des eigenen Kindes. Bei dir geht es ja offenbar eher um die gute Benotung der Kinder der anderen Klasse und nicht um die zu schlechte Benotung deines Kindes. Da gilt der Datenschutz. Du hast keinen Anspruch auf Einsicht in die Noten von anderen und hast erst Recht keinen Anspruch auf eine Begründung.
Ich hoffe, es hilft etwas. LG Ursi

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ragusa
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Re: Benotung 6. Klasse

Beitrag von ragusa »

Liebe Ursi,, vielen Dank, ich werde es morheuteAbend in Ruheanschauen
Meitli 07/2011
Bueb 02/2016

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