Eine weitere Runde Wunder über wunderiges Gewunder

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Moderator: conny85

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Moreen
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Re: Eine weitere Runde Wunder über wunderiges Gewunder

Beitrag von Moreen »

falabella hat geschrieben: Di 15. Nov 2022, 18:49 Es überrascht mich sehr, dass du findest, dass WENIGE es sich leisten können, nach der Pensionierung keiner bezahlten Arbeit mehr nachzugehen. Dass sie das Geld gebrauchen können: sicher! Aber dass es nicht ohne geht?? Ist das so?
Gut, "nicht anders gehen", das ist relativ. Aber ich meine so, dass sie ihre Mietwohnung nicht verlieren. Es gibt ja noch die Ergänzungsleistungen?
Klar, viele SIND darauf angewiesen. Aber dafür gibt es diese ja?
Du interpretierst meinen Text falsch. Ich habe geschrieben, dass es sich wohl nur Wenige leisten könnten, 2-3 Jahre in einer NGO im Ausland Frondienst zu leisten (als Antwort auf @ausländerins Beitrag). Und ja, wer lediglich die AHV und ev. noch etwas aus der 2. Säule ausbezahlt bekommt, der muss schon sehr scharf kalkulieren, um die Fixkosten / Lebenshaltungskosten zu decken. Nicht umsonst wurde ja das "Instrument" Ergänzungsleistung ins Leben gerufen...
«Der Andersdenkende ist kein Idiot,
er hat sich eben eine andere Wirklichkeit konstruiert.»

-Paul Watzlawick-

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Savuti
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Re: Eine weitere Runde Wunder über wunderiges Gewunder

Beitrag von Savuti »

Ich bin nun auch nicht von 2-3 Jahren Frondienst im Ausland, ich dachte eher an ehrenamtliche Arbeit in der Region und da kenne ich ganz viele, die da mithelfen: Kirche, im Asylbereich, Ludothek, Besuchs-/Fahrdienst, Schule etc.
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ausländerin
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Re: Eine weitere Runde Wunder über wunderiges Gewunder

Beitrag von ausländerin »

Es werden auch nicht hunderte solche Jobs ausgeschrieben. Es handelt sich um Einzelfälle. Ich verstehe nicht was wenige Jobangebote für Ehrenamtliche Arbeit im Verein oder NGO mit Altersarmut zu tun haben. Niemand ist verpflichtet solcher Arbeit anzunehmen. Die klassische Mittelschicht mit Eigentum ist in der Schweiz sicher nicht von Altersarmut betroffen. In einem kleinem Bergdorf ist es anders. Aber die Schweiz besteht nicht nur aus armen Bergdörfern. Die meisten über 65 leben in Städten und Siedlungen, viele besitzen Eigentumswohnungen die schon ausbezahlt sind und haben genug Einkommen. Genau zu sagen - 86 Prozent von pensionierten in der Schweiz sind NICHT von Altersarmut betroffen. Wenn wir soweit sind, wir es für uns ganz anderes aussehen.

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Helena
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Re: Eine weitere Runde Wunder über wunderiges Gewunder

Beitrag von Helena »

@moreen: viele Rentner MÜSSEN arbeiten? Ich weiss ja nicht, in was für einer schrägen Blase ich lebe, aber ich kenne keine einzige Person, die noch arbeiten muss, nach der Pension… und ich kenne nicht nur Ärzte und Professoren…

sonrie
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Re: Eine weitere Runde Wunder über wunderiges Gewunder

Beitrag von sonrie »

Ich kenne auch nur rentner die ständig Urlaub machen ;-)

Rein aus interesse gegoogelt: https://www.cash.ch/news/politik/ein-gr ... tet-516109
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enjel
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Re: Eine weitere Runde Wunder über wunderiges Gewunder

Beitrag von enjel »

Manche Ohren haben Wände. (Robert Lembke)

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Helena
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Re: Eine weitere Runde Wunder über wunderiges Gewunder

Beitrag von Helena »

14%. Ist das die Mehrheit? Rechne..

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falabella
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Re: Eine weitere Runde Wunder über wunderiges Gewunder

Beitrag von falabella »

Moreen, aah du hast dich nur auf‘s Ausland bezogen? Dass es sich die meisten nicht leisten können, als Pensionierte im Ausland zu ohne Bezahlung zu arbeiten?
Warum nicht? Ich denke, sie müssen selber dafür nichts bezahlen? Und ausländerin hat sich ja nicht nur auf das Ausland bezogen. Diese Freiwilligenarbeit in hohen Pensen gibt es ja offenbar auch in der CH.
Klar, das können nicht alle! Manche müssen noch Geld verdienen, manche müssen auf die Enkel aufpassen, manche können es gesundheitlich nicht.
Aber es ist doch toll, wenn es Leute können und tun! Das sind meine Vorbilder.
Go, Boomers :lol: :mrgreen:

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Re: Eine weitere Runde Wunder über wunderiges Gewunder

Beitrag von Tröpfli83 »

Ich wundere mich grad, wie man sich beklagen kann, dass man als 5köpfige Familie "nur" 7500 verdient und man ja kaum über die Runden komme...Frau arbeitet erst seit kurzem 20%.

Mein Mann und ich arbeiten 30% mehr und haben nen tausender weniger zur Verfügung. Mich dünkts entweder kommt man mit dem Geld irgendwie zurecht oder muss halt dann doch mal einen Tag mehr arbeiten gehen, bevor man sich öffentlich beklagt?? Ich rede nicht von Familien mit Kindern denen eine auswärtsbetreuung nicht zugemutet werden kann.

Also entweder bin ich die Budgetqueen oder die machen was falsch...

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Yardena
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Re: Eine weitere Runde Wunder über wunderiges Gewunder

Beitrag von Yardena »

Tröpfli83 hat geschrieben: Do 24. Nov 2022, 12:19
Also entweder bin ich die Budgetqueen oder die machen was falsch...

Da spielen aber einige Faktoren eine wichtige Rolle, z.B. Wohnort: Würden wir nur 3 Dörfer weiter wohnen (anderer Kanton), müssten wir den Gürtel um einiges enger schnallen...
Zuletzt geändert von Yardena am Do 24. Nov 2022, 15:35, insgesamt 1-mal geändert.
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sonrie
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Re: Eine weitere Runde Wunder über wunderiges Gewunder

Beitrag von sonrie »

und welchen Standard man gewöhnt ist, das ist nicht zu unterschätzen. Wenn man sich mal an einen Lebensstandard mit 13 000 CHF gewöhnt hat, wirds ganz schön eng mit 7500 ;-)
Aber ja, ich sehs wie du - jammern hilft nichts, bei 20% Pensum könnte man einfach etwas aufstocken wenns nicht geht.

Ich wundere mich über meinen Mann, der grad ein paar Wochen Urlaub hat aber total gestresst von einem Termin zum nächsten hetzt (die er sich wohlgemerkt alle selber gemacht hat :roll: ) und mir vorjammert, wieviel Stress er hat. :lol:
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Joys
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Re: Eine weitere Runde Wunder über wunderiges Gewunder

Beitrag von Joys »

Tröpfli83
Ich denke auch, das kommt ganz auf den Standard an, den man gewöhnt ist und natürlich auch auf die Gegend wo man wohnt.
Finde es manchmal auch fraglich, wenn sich Leute über zu wenig Geld beklagen, aber immer die neusten Klamotten tragen.

Joys
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Re: Eine weitere Runde Wunder über wunderiges Gewunder

Beitrag von Joys »

Letzte Woche war ich bei der Frauenärztin zur Kontrolle. Habe eine lange Krankengeschichte hinter mir und stecke immer noch drin.
Während der Untersuchung fragte sie mich, ob ich immer noch beim Chirurgen in Behandlung sei. Hab dann genickt. Dann sagte sie mir, dass er mich ja bald besser kennen würde als mein Mann.....sie erschrak selber ab ihrem Spruch. Wir haben dann so gelacht darüber.

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Re: Eine weitere Runde Wunder über wunderiges Gewunder

Beitrag von danci »

Na ja, mit drei Kindern braucht man eigentlich CHF 9'400 (brutto) um zum Mittelstand zu zählen. ;-) Aber ja: Ich persönlich finde die Hürde sehr hoch gesetzt und staune immer wieder.

Ob es reicht oder nicht, hängt extrem von verschiedenen Punkten ab: Wohnort (Wohnkosten, Steuern, KK), Betreuung, Arbeitsweg, aber auch eigene Ansprüche. Allerdings gebe ich Dir, Tröpfli, zu 100% recht, dass bei 120% Arbeiten nicht gejammert werden muss. Ich kenne hier viele Familien, die erreichen dieses Einkommen mit 200%.

Ich wundere mich über meine Mutter, die mir ausdrücklich anbietet, jeweils an einem Tag die Woche zu hüten und nun dann die Physiotherapie abmacht und gestresst ist, wie sie alles hinbekommen soll. Wir brauchen eine Betreuung von 12.00 bis ca. 15.00 Uhr, also gerade mal 3 Stunden pro Woche, 4 Stunden inkl. Weg. Sie ist pensioniert, hat keine festen Hobbies, Freiwilligenarbeit oder sonstwas. Also, die ganze Woche frei zur Verfügung. Und die Physio muss ausgerechnet immer an diesem Tag von 11-12 Uhr sein? Ich bin übrigens gar nicht der Meinung, dass es ihre Pflicht als Grossmutter ist, meine Kinder zu betreuen, aber sie hat es ja angeboten.... :roll:
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Re: Eine weitere Runde Wunder über wunderiges Gewunder

Beitrag von jupi2000 »

Tröpfli, solche Aussagen wundern mich auch. Mein Gedanke: viele Menschen können nicht mit Geld umgehen. Ich kenne auch Familien, die auf sehr sehr hohem Niveau jammern. Das sind dann die, die ohne zu übertreiben 3× jährlich in die Ferien fahren/fliegen.

sonrie
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Re: Eine weitere Runde Wunder über wunderiges Gewunder

Beitrag von sonrie »

jupi2000 hat geschrieben: Do 24. Nov 2022, 15:22 Tröpfli, solche Aussagen wundern mich auch. Mein Gedanke: viele Menschen können nicht mit Geld umgehen. Ich kenne auch Familien, die auf sehr sehr hohem Niveau jammern. Das sind dann die, die ohne zu übertreiben 3× jährlich in die Ferien fahren/fliegen.
Ja aber wenns halt auch nur für 3mal Urlaub reicht!!!! Die Nachbarn fliegen schliesslich 4-5mal auf Urlaub, da kann man schon mal jammern :lol: :lol: :lol:
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ChrisBern
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Re: Eine weitere Runde Wunder über wunderiges Gewunder

Beitrag von ChrisBern »

Ich finde einfach Miete und Fremdbetreuung unglaublich teuer - wir hatten pro Kind 2000 im Monat (80% Betreuung) plus Miete in der Stadt Bern eben auch 3000. Das sind natürlich mega Fixkosten. Vermutlich würde man kita etc dann aber subventioniert kriegen? Sonst würde es ja wirklich nicht aufgehen. Daher klingt für mich der Betrag tatsächlich nach "wenig", allerdings nicht wissend, was man alles subventioniert bekommen kann.

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Re: Eine weitere Runde Wunder über wunderiges Gewunder

Beitrag von Joeyita »

Ich stimme ChrisBern zu.
Tröpfli, ich nehme an ihr habt nicht Kitakosten für 3 Kinder und bei Eigentum wohl auch keine allzu hohen Wohnkosten? Aber ist doch super, wenn es für euch gut aufgeht.
Ich staune auch, wie gewisse Familien 3x im Jahr grosse Ferien im Ausland oder in teuren Hotels machen. Das sind aber in meinem Umfeld selten die, die jammern dass es knapp ist.
Stolzes Buebemami - November 2015 und März 2018

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Re: Eine weitere Runde Wunder über wunderiges Gewunder

Beitrag von jupi2000 »

In meinem Umfeld sinds gerade 2 Familien die gerne jammern. Beide haben aber mehr als genug Geld. Können halt nicht mit Geld umgehen, wirklich. Und das schlimmste: sie haben soo viel und können sich so viel leisten aber merken es nicht. Schade. Es ist für sie so vieles selbstverständlich. 2 Autos, ein Muss. 2 bzw 3 Kinder und jedes hat 2-3 teure Hobbies. Ferienwohnung besitzt die eine Familie auch. Trotzdem kommt immer wieder mal der Spruch: wir müssen halt schon aufs Geld schauen, weisch. Es ist schon knapp, weisch.
Mit dem habe ich eigentlich am meisten "Mühe" : mit dem nichtsehen des Wohlstandes.

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Re: Eine weitere Runde Wunder über wunderiges Gewunder

Beitrag von jupi2000 »

ChrisBern hat geschrieben: Do 24. Nov 2022, 16:31 Ich finde einfach Miete und Fremdbetreuung unglaublich teuer - wir hatten pro Kind 2000 im Monat (80% Betreuung) plus Miete in der Stadt Bern eben auch 3000. Das sind natürlich mega Fixkosten. Vermutlich würde man kita etc dann aber subventioniert kriegen? Sonst würde es ja wirklich nicht aufgehen. Daher klingt für mich der Betrag tatsächlich nach "wenig", allerdings nicht wissend, was man alles subventioniert bekommen kann.
Ja das sind wirklich happige Fixkosten! Aber ja auch freiwillig gewählt, oder?

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