Plötzliche Trennungsangst

Allgemeine Themen ab dem 2. Lebensjahr

Moderator: conny85

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pünktli91
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Plötzliche Trennungsangst

Beitrag von pünktli91 »

Liebe Swissmoms

mein Kind ist etwas mehr als 3,5 Jahre alt und hat seit rund einem Monat mega Probleme mit Fremdbetreuung jeglicher Art (Grosseltern, Tagesmutter, Spielgruppe, zeitweise geht nicht einmal der Papi).
Wir haben an jedem meiner Arbeitstage ein grosses Drama mit vielem Weinen, er kommuniziert mir immer wieder, dass ich nicht arbeiten gehen soll und als Grund gibt er an, dass er mich so gern habe und er so gerne Zeit mit mir verbringe.
Wir haben schon viel versucht, Rituale, kurze und lange Zeit fürs Abschiednehmen, einen Termin bei der Kinesiologin, nur habe ich das Gefühl, dass es sich noch verschlimmert, anstatt dass es besser wird.

Hat jemand eine ähnliche Situation erlebt? Hat sich das Ganze von selber wieder beruhigt oder mussten andere Massnahmen (KinderpsychologIn, Erziehungsberatung) getroffen werden?
Ich danke schon einmal im Voraus für Inputs

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Netterl
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Re: Plötzliche Trennungsangst

Beitrag von Netterl »

Ich kenne ähnliches von meinem Jüngsten. Bei den wechselte das zwischen Papa und Mama. Wie brachten ihn immer täglich abwechselnd ins Bett. Die Frage, wer ihn heute ins Bett bringen würde und wenn es die falsche Person war, hat erst mal Tränen ausgelöst.

Vermutlich nimmt er das gerade besonders bewusst wahr. Ich denke jetzt nicht, dass man therapeutisch angehen muss, wenn offensichtlich alle Trennungen so sind und nicht mal Papa „gut genug“ ist.

Wie geht es Dir damit? Hast Du Vertrauen, dass Dein Kind gut aufgehoben ist jeweils?
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pünktli91
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Re: Plötzliche Trennungsangst

Beitrag von pünktli91 »

Ich danke dir für deinen Input.
Zu deiner Frage: Mich stresst es mega, weil wir diese Probleme mit der Ablösung bis anhin nicht kannten. Das Vertrauen in die gute Betreuungslösung habe ich aber eigentlich schon.

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Netterl
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Re: Plötzliche Trennungsangst

Beitrag von Netterl »

Ok. Das ist schon mal gut, dass Du Vertrauen hast. Manchmal verunsichert das ja etc.

Ich hoffe, dass andere mit ähnlichen Erfahrungen noch schreiben.

Wie gesagt, ich kenne das von meinen Jüngsten und die Vorliebe wechselte auch zwischen meinem Mann und mir. Wir haben dennoch das täglich abwechselnde ins Bett bringen beibehalten.
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Tröpfli83
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Re: Plötzliche Trennungsangst

Beitrag von Tröpfli83 »

Unsere Grössere hatte zu Beginn auch nie Mühe. Ging auch so in dem Alter los, sie hatte Mühe mit Trennungen und war/ist ziemlich zurückhaltend. Ich habe sie jeweils rechtzeitig vorgewarnt und die Trennung so ziemlich aufs nötigste beschränkt. Aber da wo es nötig war wegen Arbeit halt trotzdem durchgezogen,auch wenns mir teilweise richtig weh tat. Seit sie im Kindergarten ist gehts immer besser und ist inzwischen kein Thema mehr

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Oda
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Re: Plötzliche Trennungsangst

Beitrag von Oda »

Hier auch. Kind ist gleich alt, ziemlich plötzlich Probleme mit sder Betreuung während wir beide arbeiten. Es kamen auch sätze wie, ich möchre nicht, dass du arbeiten gehst, ich will lieber die Zeit mir dir / euch, etc. Wirklich herzzerreissend. Letztlich haben wir ihm erklärt, dass es uns Leid tut, dass es ihm grad nicht gut geht damit, aber dass dss leider etwas ist, was wir nicht einfach so schnell ändern können, auch wenn wir das wollen würden. Dass wir das aber alle zusammen schaffen. Dass er es probiert und wenn es dan. wirklich schlimm ist (was nie der Fall war on den 2 Monatem oder so seit das Thema ist), darf er mich anrufen lassen und damn komme ich gleich. Wir versuchen die Tage, resp. die Aufenthaltsdauer zu verkürzen, auch wenn es für unser Empfinden wemig ausmacht, ob es nun 1h mejr oder weniger isr - ihm scheint es sehr zu helfen. Entweder tatsächlich die Verkürzung oder einfch dass er merkt, dass wir wirklich versuchen, ihm entgegen zu kommen.
Was ich aber auch ganz wichtig finde, wie Netterl gesagt hat: selbst dahinter stehen können. Nicht, dass man dem Kind nicht sagen soll, dass es einen auch traurig macht, aber nicht auf emotionale Diskussionen einlassen. Ganz liebevoll aber auch bestimmt bestärken, dass es klappt. Wir versuchen das jezzt nochmal bis zu deinem Geburtstag/ den Ferien/ was auch immee, dann schauen wir wieder. Ernst nehmen, Unterstützung anbieten, aber auch eine Leitplanke setzen, wo es lang geht - und die Halt gibt. Meist verändern sich so Phasen von alleine nach ein paar Wochen, Monaten (wir hatten das auch früher schon mal, nur ging's da natürlich noch kaum zum erklären 😅). Ein Trösterli/ Mutmacher anbieten zum Mitnehmen (keine Auswahl, kein Koffer voll, einfach ein Plüschi, ein Tonie, ein Tishi von dir, ein schöner Stein.. was ihm helfen könnte). Evt eine kleine Kleberliste anfangen, z.B. 3x Fremdbetreuung pro Woche = jeden Abend, wenn er es geschafft hat (unabhängig davon, mit wie viel Tränen, einfach als Würdigung fürs Hintersichbringen), ein Kleberli und eine kleine Belohnung, ein Schöggeli oder ein 5-min-Filmli oder so. Und wenn die Woche um ist und er 3 Kleberli hat, eine grössere Belohnung. Kann ja auch nicht materiell sein, ein schöner Ausflug, extra Kuschelzeit, was er halt gern macht.

Sorry, ist jetzt etwas wirr aufgeschrieben, ich sollte eigentlich dringend schlafen, aber ich konnte das nicht unkommentiert lassen, weil ich es so gut nachvollziehen kann und es für mixh als Mami auch immer schlimm ist... Vielleicht kannst du ja trotzdem qas damit anfangen. Ich wünsch dir auf jeden Fall ganz viel Kraft und dass es bald qieder besser geht!

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Oda
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Re: Plötzliche Trennungsangst

Beitrag von Oda »

Ah und was auch zu helfen scheint: Zwischendurch Dinge erwähnen, die man selber nicht gern macht, die man aber nicht vermeiden kann. "weisch, so wie du nid gärn döthi gohsch / nid gärn hesch, weni gohne" Ohne grosses Thema zu machen, aber das Kind fühlt sich dann vielleicht nicht so allein, wenn es merkt, dass auch andere diese Gefühle haben. Unser Kind sagt inzwischen dann selber "aber Mami, das schaffsch du scho, das goht au wieder verbii!" oder so sinngemäss 😅

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ChrisBern
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Re: Plötzliche Trennungsangst

Beitrag von ChrisBern »

Unser Sohn hatte sehr lange eine Mama Phase, eigentlich von 2 bis 4 (oder vielleicht noch länger, habe es verdrängt). Er konnte sich von mir kaum trennen, wollte auch nicht beim Papa bleiben. Windeln, essen, anziehen- nur ich. Kita war interessanterweise nicht so schlimm wie bei euch, das war fast noch das einfachste, aber jemand anders hüten, keine chance, selbst Papa wurde nicht gewollt. Habe de facto auch zwei Jahre am Stück das Kind abends ins Bett gebracht, es gab eine halbe Stunde Gebrüll und Geschrei, wenn der Papa es machen wollte es und kostete uns zu viel nerven. Wenn ich gar nicht da war, ging es aber. Ich bin daher teilweise vor dem aufwachen aus dem Haus oder eben zwischen Arbeit und Sport nicht nach Hause gekommen, um einmal durchatmen zu können. Das ging oft recht ok. Bzw musste mein Mann dann Nerven zeigen. ;-)
Bei uns war gut, am Abend vorher zu erklären, was morgens läuft und wer dran ist. Gab dann zwar auch Theater, aber er konnte es wie überschlafen. Massiv half bei uns ein Tier (bzw rückte mein Sohn mit einem ganzen Rucksack in die kita ein, war uns aber egal und der kita auch, er hat drei Hunde, die immer mitmussten und je nachdem noch recht lustige sachen, wie Stöcke, seile, Haushaltsartikel etc). Wir haben den Abschied eher kurz gehalten und ich war froh, war die kita da sehr pragmatisch. Es war auch gut zu wissen, dass nach 10 Minuten alles gut war und er super gespielt hat. Abmachungen für nach der kita hat auch gut funktioniert (gehen danach gemeinsam ein Eis essen, auf den Spielplatz etc). Manchmal war einfacher, wenn mein Mann gebracht hat, manchmal genau das Gegenteil. Das fand ich fast am stressigsten, dass die Dramen total eigentlich jeden Tag ein bisschen anders gelagert waren und wir recht spontan aus dem Bauch raus immer entscheiden mussten. Mein Sohn brauchte auch sehr lange für ein klares abendritual, wir haben jeden Tag neu verhandelt. Klemmte ich Verhandlungen ab, 30 Minuten Geschrei, bis er blau im Gesicht war. Ich war sehr fertig mit den Nerven.
Kiga hat dann noch mein Mann gemacht (ich hatte am Anfang angst, ihn zu bringen), das ging gut. Er hatte sehr lange, bis er alleine ins Gebäude rein ging (er sollte es schon Im Herbst können, es ging aber erst nach den Frühlingsferien), jetzt ist super, er schaut mich kaum mehr an, weg ist er. :-) aber immer noch: bin ich einen Abend nicht da, fragt er nach mir und wartet teilweise im Bett total übermüdet, bis ich komme...

pünktli91
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Re: Plötzliche Trennungsangst

Beitrag von pünktli91 »

Es ist für mich sehr beruhigend zu lesen, dass andere Mamis diese Phasen auch durchmachen, auch wenn ich mich noch immer nicht daran gewöhnt habe, dass mein Kind, das vorher so 0,0 Probleme hatte mit anderen zu sein jetzt nur noch an mir klebt.
Aber wie heisst es so schön: Es ist alles nur eine Phase.🫣😅

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