Essverweigerung

Fragen zur Ernährung und Gesundheit

Moderator: stella

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Lesa
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Re: Essverweigerung

Beitrag von Lesa »

Mir hat dieses Buch geholfen: https://www.orellfuessli.ch/shop/home/a ... 81059.html

Zudem war bei uns folgendes erfolgreich - mal mehr, mal weniger
- Mit dem Essen spielen lassen, mantschen etc. "Essmanieren" kann man viiieel später thematisieren.
- Der Fokus am Tisch ist auf dem Essen, d.h. keine anderen Spielsachen etc. am Tisch zur Ablenkung (aber mit dem Essen durfte "gespielt" werden)
- Wenig eingreifen am Tische, d.h. nicht ständig putzen, wenn etwas daneben geht, Mund abwischen etc. (Das war etwas ein Problem von mir, da ich des Herumgemantsche am Tisch eigentlich gar nicht mag.)
- Helfen beim Kochen. Meine Tochter hatte schon 2.5 einen eigenen Sparschäler und ein Kinder-Küchenmesser mit scharfer Klinge, mit welchem sie richtig schneiden konnte (natürlich unter Aufsicht). Die stumpfen Kindermesser fand sie nur frustrierend.

Meine Tochter hat übrigens mit 6 immer noch Phasen, in welchen Sie fast nichts ist, alles Gemüse gruusig findet etc. Dann kommen aber plötzlich wieder (Wachstums-)Phasen, in welchen sie kommentarlos alles isst.

5erpack
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Re: Essverweigerung

Beitrag von 5erpack »

Mir kam ganz spontan Eisenmangel in den Kopf.
Meine Söhne hatten das. Der mittlere hatte einen Feritin wert von 5! Er hat nix, absolut nichts gegessen!
Nur die Flasche und sonst nichts.
Nach drei Monaten maltofer Sirup, hat er plötzlich angefangen vom Tisch mitzuessen. Nach gut 6 Monaten hat er dann normal gegessen und nach einem Jahr wie ein Mähdrescher.
Beim kleinen wars auch so. Feritin bei 20 und ein essensverweigerer. Er nimmt seid gut drei Monaten nun maltofer und isst nun auch wieder fast alles.
Die Kinderärztin sagte ganz klar, das ein feritinmangel bei Kindern für apetitlosigkeit sorgt.
Wenn du kein maltofer geben willst, floradix ist auch super gut!
Bekommt mein mittlerer immer mal wieder, wenn er wieder weniger isst.
Man kann die Welt oder sich selbst ändern. Das zweite ist schwieriger ( Mark Twain)

Ka_ti_ni
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Re: Essverweigerung

Beitrag von Ka_ti_ni »

Lesa hat geschrieben: Do 22. Apr 2021, 10:57 Mir hat dieses Buch geholfen: https://www.orellfuessli.ch/shop/home/a ... 81059.html

Zudem war bei uns folgendes erfolgreich - mal mehr, mal weniger
- Mit dem Essen spielen lassen, mantschen etc. "Essmanieren" kann man viiieel später thematisieren.
- Der Fokus am Tisch ist auf dem Essen, d.h. keine anderen Spielsachen etc. am Tisch zur Ablenkung (aber mit dem Essen durfte "gespielt" werden)
- Wenig eingreifen am Tische, d.h. nicht ständig putzen, wenn etwas daneben geht, Mund abwischen etc. (Das war etwas ein Problem von mir, da ich des Herumgemantsche am Tisch eigentlich gar nicht mag.)
- Helfen beim Kochen. Meine Tochter hatte schon 2.5 einen eigenen Sparschäler und ein Kinder-Küchenmesser mit scharfer Klinge, mit welchem sie richtig schneiden konnte (natürlich unter Aufsicht). Die stumpfen Kindermesser fand sie nur frustrierend.

Meine Tochter hat übrigens mit 6 immer noch Phasen, in welchen Sie fast nichts ist, alles Gemüse gruusig findet etc. Dann kommen aber plötzlich wieder (Wachstums-)Phasen, in welchen sie kommentarlos alles isst.
Hallo Lesa

Vielen Dank, das Buch habe ich auch gelesen.
Wir sind mit dem Kinderspital immer wieder im Austausch aber auch da kommen wir nicht wirklich voran.
ich hoffe das wächst sich raus und dass es dann irgendwann nur noch "Phasen" sind wie bei deiner Tochter.

Darf ich fragen wie sich das Essen bei deiner Tochter auf Grössen und Gewicht ausgewirkt hat?

Ka_ti_ni
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Re: Essverweigerung

Beitrag von Ka_ti_ni »

5erpack hat geschrieben: Do 22. Apr 2021, 13:00 Mir kam ganz spontan Eisenmangel in den Kopf.
Meine Söhne hatten das. Der mittlere hatte einen Feritin wert von 5! Er hat nix, absolut nichts gegessen!
Nur die Flasche und sonst nichts.
Nach drei Monaten maltofer Sirup, hat er plötzlich angefangen vom Tisch mitzuessen. Nach gut 6 Monaten hat er dann normal gegessen und nach einem Jahr wie ein Mähdrescher.
Beim kleinen wars auch so. Feritin bei 20 und ein essensverweigerer. Er nimmt seid gut drei Monaten nun maltofer und isst nun auch wieder fast alles.
Die Kinderärztin sagte ganz klar, das ein feritinmangel bei Kindern für apetitlosigkeit sorgt.
Wenn du kein maltofer geben willst, floradix ist auch super gut!
Bekommt mein mittlerer immer mal wieder, wenn er wieder weniger isst.
Maltofer bekommt meine Tochter auch regelmässig, das Floradix nimmt sie leider nicht.
In welchem Alter hat sich das bei deinen Kindern bemerkbar gemacht? Wir haben ja diese Esssituation seit die kleine 3 Wochen alt war, zuerst mit dem Trinken und jetzt mit dem Essen.

5erpack
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Re: Essverweigerung

Beitrag von 5erpack »

Ich denke das war recht früh. Beide Jungs haben nie wirklich Brei gegessen und auch nie wirklich richtig vom Tisch ( wenn ich da jetzt angestrengt nachdenke). Für mich hätten sie dich gut gegessen und einfach viel Milch daneben getrunken.
Bei dir ist es ja noch was anderes.
Zuerst kam der reflux. Der verhinderte eine adäquate Nahrungsaufnahme ( schmerzen etc).
Dann kam dadurch wohl später der Mangel an Eisen.
Seid wann gebt ihr Maltofer?
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Ka_ti_ni
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Re: Essverweigerung

Beitrag von Ka_ti_ni »

sie hatte schon als Baby keinen gefülltwn Eisenspeicher, ich denkw das erste Mal hat sie mit ca 3 Monaten Eisen bekommen und dann immer wieder in inregelmässigen Abständen. Beim letzte Test war das Eisen einigermassen ausreichend wohl deshalb weil sie noch immer Aptamil bekommt.

5erpack
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Re: Essverweigerung

Beitrag von 5erpack »

Ist den von der Entwicklung alles ok?
Also redet sie, läuft etc?
Etwa andere fragen. Spielt sie oft alleine für sich, spielt immer dasselbe etc?
Oder ist sie ein richtiger Wirbelwind und Nichtzulassung bremsen?
Zungenbändchen alles gut?
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Ka_ti_ni
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Re: Essverweigerung

Beitrag von Ka_ti_ni »

Sie spricht schon länger fliessende Sätze und wird ja im Juni 3 jährig. Ebenfalls habe ich das Gefühl, dass die auch sonst von der Entwicklung prima im Schnitt liegt, geht alleine aufs WC, kann sich alleine anziehen, malen indem sie den Stift richtig hält usw.
Das Zungenbändchen wurde vom Arzt und der Logopädin kontrolliert.
Sie spielt auch gerne mit ihrer Schwester oder anderen Kindern und wenn sie genug gegessen hat mag sie auch super klettern und springen. Man merkt da extrem dass die nicht mag, wenn sie zuwenig zu sich genommen hat und wenn sie dann endlich was nimmt mag sie nqch 15min wieder herumtollen.
Weshalb meinst du??

Lesa
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Re: Essverweigerung

Beitrag von Lesa »

@Ka_ti_ni: Seit ca. 1jährig ist meine Tochter recht stark auf der Gewichts- und Grössenkurve abgerutscht (ca. vom 50. auf das 10. Perzentil). Da die sonstige Entwicklung aber immer altersgerecht war und auch keine Lebensmittelunverträglichkeiten etc. im Raum standen, hatte die KIÄ nie Bedenken. Sie war immer fit, aktiv und sehr selten krank. Unterdessen hat sie sich langfristig ca. auf dem 20. Perzentil stabilisiert, je nach Wachstums- und Essensphase kann es aber immer noch schwanken.

Übrigens: wenige hundert Gramm oder Zentimeter können bzgl. der Perzentile einen grossen Unterschied machen. Deshalb würde ich mir bei kurzfristigen Ausreissern keine allzu grossen Sorgen machen. Fällt die Kurve längerfristig ab, würde ich das schon beobachten. Ein Abfall auf der Kurve kann ein Hinweis auf ein gesundheitliches Problem sein, muss aber nicht. Die Kurven sind nur Durchschnittswerte und die Entwicklung jeden Kindes ist individuell.

Pirat
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Re: Essverweigerung

Beitrag von Pirat »

Ich habe den Thread nicht komplett mitverfolgt, aber ich nehme an, dass organische Ursachen/Lebensmittelunverträglichkeiten/Intoleranzen ausgeschlossen wurden?

Ich frage das nur, weil Eisenmangel und tiefe Perzentilen zum Beispiel typisch für Zöliakie sind (unser Sohn hat Zöliakie und wir sind daher darauf sensibilisiert, haben aber festgestellt, dass es viele Kiä eben nicht sind).

Mir wäre es wichtig, das bei meinem Kind ausschliessen zu können (d.h., ich würde wissen wollen, dass das Kind gesund ist, bevor ich sonst therapiere).

hollywood
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Re: Essverweigerung

Beitrag von hollywood »

Kann leider nichts dazu beitragen aber diese Sendung fand ich sehr beeindruckend
https://youtu.be/894KB0XStFI

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JPEG
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Re: Essverweigerung

Beitrag von JPEG »

Vorweg, unser Sohn ist bereits 16 Jahre alt, aber sein Essverhalten ist immer noch recht speziell. Als Baby haben die Probleme, mit ca. 5 Monaten angefangen. Er hat von einem Tag auf den anderen die Brust verweigert und ich musste auf Schoppennahrung umstellen. Mit 6 Monaten haben wir mit Brei angefangen. Den Brei hat er recht problemlos gegessen, aber die Umstellung auf feste Nahrung hat einfach nicht funktioniert. Mit 2 Jahren hat er immer noch nur Brei und Suppe gegessen. Wir waren im Kispi und er wurde von oben bis unten untersucht, aber zum Glück war alles in Ordnung. Bis auf sein Gewicht, mit welchem er nie oder nur ganz knapp in der Kurve war. Das Essen wurde zu einem grossen Problem, weil wir ihn nur an wenige Nahrungsmittel gewöhnen konnten. Milch, Brot, Teigwaren und Reis. Verschlimmert hat sich das Ganze noch, als unser jüngerer Sohn angefangen hat am Tisch zu essen. Das führte oftmals dazu, dass der Ältere sich vor Ekel über das Essen übergeben musste. Später waren wir auch noch in der Behandlung beim KEA (Kompetenzzentrum für Essensverhaltensstörungen). Aber auch diese Behandlung hat uns nicht weiter gebracht. Die Situation bei uns zu Hause war zeitweise sehr schlimm und alles hat sich nur noch um das Essen gedreht. Irgendwann waren wir einfach an dem Punkt angelangt, an welchem wir uns sagen mussten, dass das Essen nicht unser ganzes Leben bestimmen darf und wir ihn einfach seine Lebensmittel essen lassen und ich habe nur noch auf die Milch mit Jemalt beharrt (trinkt er immer noch). Rückblickend muss ich sagen, ein Kind kann auch gross werden und gesund sein, wenn es kein Gemüse, keine Früchte und kein Fleisch isst. Er ist auch mit 16 Jahren immer noch leicht untergewichtig und ernährt sich mehr oder weniger von Kohlenhydraten (Teigwaren, Kartoffeln, Reis, Spätzli, sehr selten etwas Fleisch und er hat noch nie eine Sauce, Ketchup, Mayo oder ähnliches zu sich genommen). Aber das wichtigste ist, dass er gesund ist! Er besucht das Gymnasium, spielt Handball und bringt seine Leistungen. Der jüngere Sohn, welcher ein Alles-Esser ist, hat diverse Allergien, Eisenmangel und Asthma. Also soll mir noch einer sagen, dass Gemüse gesund ist:-...

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