Wie findet ihr den Französisch Unterricht?

Die Zeit des Erwachsenwerdens

Moderator: Züri Mami

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swisscanmom
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Re: Wie findet ihr den Französisch Unterricht?

Beitrag von swisscanmom »

Bin genau deiner Meinung. Sie haben ja über alle Schuljahre nicht mehr Lektionen in den Fremdsprachen als früher. Bei uns haben sie in der 3./4. 3 Lektionen Franz. Ab der 5./6. dann nur noch zwei, weil zwei Englisch dazukommen. Das bringt gerade gar nichts. Es wäre besser 4L Franz zu machen, dann könnten sie bis zur Oberstufe etwas, Englisch ginge dann relativ ring. Frühfremdsprachen bringen wirklich nur per Immersion/ möglichst vielen Lektionen etwas. Egal ob jetzt Englisch oder Französich. Am meisten Fortschritte machen Kinder in einer Fremdsprache ( im normalen Fremdsprachenunterricht ohne immersion) ab ca. 12 Jahren, weil sie dann auch die Grammatik ihrer Erstsprache verstehen und entsprechend Parallelen ziehen können. Dazu gibt es einige Studien. Bin der Meinung, das Motto "Alles ein bisschen, aber nichts richtig" zieht sich durch den ganzen Lehrplan, nicht nur die Fremdsprachen. Die Schule soll immer mehr, mehr Sprachen, mehr Medienkompetenz, mehr Informatik, mehr Naturwissenschaften, mehr Achtsamkeit, mehr Projektunterricht, mehr...das geht doch alles gar nicht, ausser es wird eben alles nur noch oberflächlich. Der Fremdspracheunterricht ist nur ein Symptom davon.

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venezuela
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Re: Wie findet ihr den Französisch Unterricht?

Beitrag von venezuela »

ich finde es nicht zu früh in der 3. bzw. 5. klasse mit den fremdsprachen zu starten. unsere kinder können doch nicht zu viel lernen, finde ich. und jedes kind nimmt mit, was geht - wo's zu viel ist, bleibt galt weniger hängen.

bei französisch sehe ich das grosse problem beim schlechten ruf der sprache. viele erwachsene sagen, sie hätten es auch nie gekonnt und auch nicht gemocht. die kinder müssen in der schule also eine sprache lernen, die 'von allen gehasst' und als unnötig empfunden wird. die lehrpersonen unterrichten dann auch oft mit der haltung, dass die schüler ja eh nicht gerne in diese lektionen kommen.
das finde ich sehr, sehr schade für diese wunderschöne sprache und ich denke, da läge viel potential.

dass die lehrmittel nicht einfach gut sind, kann ich nicht verstehen. wie soll den ein sprachbad in 2 lektionen pro woche funktionieren. da wird so viel geld verlocht und heraus kommt nichts, was 'verhebt'.
aber dass sich lehrpersonen hinter den schlechten lehrmitteln verstecken, ärgert mich auch. man kann sehr gut neben dem lehrmittel eigene wege gehen und den kindern grammatik beibringen, üben und einen eigenen, sinnvollen wortschatz aufbauen.

ums lernen kommen dann die kids nicht herum. wörtli lernen, grammatik üben - das ist anstrengend. wenn man aber eine sprache lernen will, ist halt auch fleiss und einsatz gefragt.

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stella
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Re: Wie findet ihr den Französisch Unterricht?

Beitrag von stella »

venezuela
Den LP ist es nicht erlaubt, andere Dinge zu machen als die, die im Lehrmittel und im Lehrplan vorgesehen sind. Es machen natürlich trotzdem viele LP, vor allem auch die, die viel Erfahrung haben und wissen, dass man im Franz nur Erfolg hat, wenn man auch ein Teil der Sprachstruktur versteht.

swisscanmom
Frühfremdsprachen bringen in meinen Augen nur etwas, wenn sie VOR dem 4. Lebensjahr gelernt werden. Dann werden sie nämlich in der Hirnregion im Muttersprachezentrum abgelegt. Lernt man dann zwei, drei Lektionen während der Schulzeit, dann wird die Sprache im Fremdsprachenareal gespeichert. Und dazu bedarf es dann, wenn man sie abrufen will, den Weg über die Muttersprache.

Alles ein wenig und nichts richtig - das spiegelt sich wirklich durch den gesamten Lehrplan. Die Kompetenzorientierung geht oft davon aus, dass sie die Grundlagen einfach beherrschen. Sprich, sie müssen ausrechnen können, wie viele Güetzi es in einer Packung hat, haben aber das 1x1 nie richtig (auswendig) gelernt. Wenn sie wissen, WIE sie rechnen müssen, ist das ja das eine, aber oft können sie es dann nicht ausrechnen. Das zieht sich meiner Meinung nach durch den ganzen Lehrplan durch.

Generell
Man darf einfach auch nicht das Ziel aus den Augen verlieren. Mit dieser Art von Organisation der Fremdsprachen wird das Ziel A2, allenfalls für bessere SuS B1 angestrebt. A2 bedeutet, dass man ganz einfache Sätze mit Hilfen bilden kann. Wenn man früher mit den Fremdsprachen beginnt, geht das zulasten der Sprachstruktur. Mit 3. Klässlern kann man einfach noch nicht an den Zeiten, den Verbformen, den Unregelmässigkeiten arbeiten. Und das Didaktikkonzept, wie es ursprünglich vorgesehen ist, funktioniert nur zum Teil, vor allem bei den sehr guten und sprachaffinen SuS.

Das Didaktikkonzept geht meiner Meinung nach nur und ausschliesslich von SuS aus, die wollen und können. Diese SuS werden auch gut bedient und lernen mit diesem Lehrmittel eigentlich die Sprache recht solide. Das sind aber auch die, die dann im Unterricht ein grammatikalisches Phänomen nachschlagen und es verinnerlichen. (Ich rede hier von meiner Erfahrung auf der Oberstufe.)
Die Didaktik bedient aber nicht die SuS, die nicht wollen, aber können, bedient nicht die, die nicht wollen und nicht können und bedient auch nicht die wollen und nicht können.

In der didaktischen Grundhaltung sind das mille feuille und das clin d'oeil sehr konsequent. Die Lehrmittel vom Klett kommen eher in althergebrachter Aufmachung daher und sind meiner Meinung nach so ein Gemisch. Dis donc kenne ich vom Aufbau her noch nicht, wird wohl aber ähnlich wie die vom Klett sein. Daher spielt es in meinen Augen keine Rolle, welches Lehrmittel man wählt.

Die Forschung der letzten Jahre hat aufgezeigt, dass gerade im Französisch Wortschatz und Kenntnisse der Verben in tiefen Sprachniveaus wichtiger als Strategien sind, um eine Sprache sicherer zu lernen. Gerade beim Wortschatz klemmt es aber in meinen Augen in allen Bereichen. Was nutzt es den 9. Klässlern, wenn sie wissen was ein pacific garbage patch ist und sich über Plastik im Meer unterhalten können, aber sie können kein Hotelzimmer reservieren, sich nicht über Hobbys unterhalten und auch kein Essen bestellen. Die Themen in allen mir bekannten Lehrmitteln sind sooooo weit von der Lebenswelt der Kinder entfernt, da findet auch einfach wenig emotionale Verbindung, die fürs Lernen wichtig ist, statt.
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swisscanmom
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Re: Wie findet ihr den Französisch Unterricht?

Beitrag von swisscanmom »

Die Themen im New World 1&2 sind eigentlich gut, ist wohl das einzige Lehrmittel, das guten Lebensbezug hat. Ich unterrichte damit und mir fehlt vor allem die sprachliche Struktur, und Übungen dazu, d.h. ich muss unglaublich viel zufüttern und eigene Übungen erstellen. Das ist ein sehr grosser Aufwand, und eigentlich erwarte ich von einem Lehrmittel, dass es genügend Übungsmaterial bietet. Gerade für die Kinder, die eben nicht von sich aus merken, was he oder she heisst.

millou
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Re: Wie findet ihr den Französisch Unterricht?

Beitrag von millou »

stella hat geschrieben: So 16. Mai 2021, 12:27 Was nutzt es den 9. Klässlern, wenn sie wissen was ein pacific garbage patch ist und sich über Plastik im Meer unterhalten können, aber sie können kein Hotelzimmer reservieren, sich nicht über Hobbys unterhalten und auch kein Essen bestellen.
Ich erinnere mich an eine Reise. Ich war, 20 Matur in der Tasche, lernte in einer Bar einen Franzosen kennen und...
...ich konnte KEIN Wort mit ihm sprechen über irgendwas banales.

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stella
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Re: Wie findet ihr den Französisch Unterricht?

Beitrag von stella »

millou
Dann war der Sprachunterricht früher wohl auch nicht besser...

Ich erinnere mich, dass die Wortexplosion bei mir in beiden Sprachen erst in der weiterführenden Schule kam.
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Petite Souris
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Re: Wie findet ihr den Französisch Unterricht?

Beitrag von Petite Souris »

stella hat geschrieben: So 16. Mai 2021, 16:53 millou
Dann war der Sprachunterricht früher wohl auch nicht besser...

Ich erinnere mich, dass die Wortexplosion bei mir in beiden Sprachen erst in der weiterführenden Schule kam.
Und mir sind beide Sprachen am Gymi verleidet. Bis in die 8. Klasse hatte ich grosse Freude am Französisch, nachher bemerkte ich, dass irgendwie Aufwand und Ertrag nicht stimmt. Ich glaube, in den Ferien könnte ich mich verständigen, habe aber ziemlichen Respekt davor und lasse deshalb meinen Mann reden. Er spricht, trotz gleichem Ausbildungsweg, fliessend Französisch... ;)

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Neonova
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Re: Wie findet ihr den Französisch Unterricht?

Beitrag von Neonova »

Ich hatte zwar F und E Grammatik sehr gut gelernt in Sek ubd Gymi, wirklich gut sprechen lernte ich aber nur durch diverse Sprachaufenthalte während und nach der Schulzeit.
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Manana
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Re: Wie findet ihr den Französisch Unterricht?

Beitrag von Manana »

New World hatten meine Kinder gerne. Ich finde den Wortschatz dort viel passender als in Millefeuilles.

Ich habe selber gerade mit Bonne Chance Franz. gelernt, später auch unterrichtet. Das Französisch fiel mir relativ leicht und ich konnte nach der 9. Klasse mich mit französischsprechenden Leuten unterhalten.
Im Seminar lernte ich aber nicht mehr viel dazu, wir mussten sehr viel Literatur lesen über Geschichtliche Themen, die mich überhaupt nicht interessiert hatten.

Was mit aber schon in den Anfängen des Unterrichts aufgefallen ist und heute eben auch so ist, ist die Tatsache, dass die Kinder eine Sprache nach der 9. Klasse nicht wirklich besser können, wenn sie diese schon früher unterrichtet bekamen. Sie hatten wohl einfach mehr Zeit für die eine Sprache, aber das Ziel ist dann letztlich das gleiche, egal ob sie jetzt zuerst mit Englisch beginnen, oder zuerst mit Franz.
Das finde ich sehr speziell und ich hätte eben erwartet, dass sie in der 1. Fremdsprache dann weiter wären als in der 2. Dem ist aber nicht so.

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Papa68
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Re: Wie findet ihr den Französisch Unterricht?

Beitrag von Papa68 »

Ich habe mit bonne chance gelernt und konnte richtig gut sprechen. Nach der Schule, also seit 27 Jahren, nie mehr gebraucht. Ich kann es nicht mehr. :(
SCHWEIGEN IST GOLD.
ES SEI DENN, DU HAST KINDER. DANN IST SCHWEIGEN VERDÄCHTIG!

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stella
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Re: Wie findet ihr den Französisch Unterricht?

Beitrag von stella »

Manana
Ja, die Kinder können die Sprache nicht besser, weil sie früher beginnen damit. Aus meinem Bauchgefühl heraus können sie sie sogar schlechter.

Es macht einfach keinen Sinn, auf der Mittelstufe nur 2 Lektionen wöchentlich zu haben.

Aber so sind die Vorgaben nun mal...

Papa
Ich habe noch mit dem Cours de base gelernt und konnte nix nach der 9.Klasse. Meine Freundin war Testklasse für das bonne chance. Sie hatte richtig viel Wortschatz und vor allem Verben... Aber eben... Bonne chance bediente auch nicht alle und vor allem kam das "produktive Sprechen" fast nicht vor.
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Zwacki
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Re: Wie findet ihr den Französisch Unterricht?

Beitrag von Zwacki »

Gestern kam übrigens noch ein guter französischer Film im Fernseher: "La famille Bélier"

Wir hatten das "La belle aventure..." und ich habe das Gefühl, wir konnten mehr nach 4 Jahren Französisch als meine Tochter jetzt (Envol). Nicht unbedingt mehr Wortschatz aber mehr Grammatik, Zeiten etc. Ich staune eigentlich, wie gut mir alles blieb oder wie es wieder kommt, irgendwo im Langzeitgedächtnis schlummern die Sachen schon. Aber was ich Mühe habe, ist einer Unterhaltung zwischen zwei Welschen oder (even worse) zwei Franzosen zu folgen. Ich fühle mich schon gestresst, in einer Bäckerei auf Kommando das richtige zu bestellen weil es bei den Franzosen immer schnell gehen muss...

Ich probiere halt auch eine positive Grundstimmung zu verbreiten, den Kindern zu erklären, dass es eine Landessprache ist und dass das Leben einfacher ist, wenn man sich gut ausdrücken kann (und es ein Wettbewerbsvorteil sein kann, englisch kann mittlerweile wirklich jeder). Bei unsinnigen Wörtern muss man durch (meine Tochter musste kürzlich "Spannteppich" übersetzen). Ich probiere mit Eselsbrücken zu helfen.

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aryu
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Re: Wie findet ihr den Französisch Unterricht?

Beitrag von aryu »

Zwacki hat geschrieben: So 16. Mai 2021, 20:34
Wir hatten das "La belle aventure..." und ich habe das Gefühl, wir konnten mehr nach 4 Jahren Französisch als meine Tochter jetzt (Envol). Nicht unbedingt mehr Wortschatz aber mehr Grammatik, Zeiten etc. Ich staune eigentlich, wie gut mir alles blieb oder wie es wieder kommt, irgendwo im Langzeitgedächtnis schlummern die Sachen schon. Aber was ich Mühe habe, ist einer Unterhaltung zwischen zwei Welschen oder (even worse) zwei Franzosen zu folgen. Ich fühle mich schon gestresst, in einer Bäckerei auf Kommando das richtige zu bestellen weil es bei den Franzosen immer schnell gehen muss...

Ich probiere halt auch eine positive Grundstimmung zu verbreiten, den Kindern zu erklären, dass es eine Landessprache ist und dass das Leben einfacher ist, wenn man sich gut ausdrücken kann (und es ein Wettbewerbsvorteil sein kann, englisch kann mittlerweile wirklich jeder). Bei unsinnigen Wörtern muss man durch (meine Tochter musste kürzlich "Spannteppich" übersetzen). Ich probiere mit Eselsbrücken zu helfen.
Kanton Aargau? Hatte auch das Lehrmittel.

Der Ansatz der Sprachpädagogik ist halt ein ganz anderer als früher. Wir hatten viiiiiiel mehr Grammatik und Rechtschreibung, der Fokus jetzt wird stärker auf mündliche Kompetenzen gelegt. Hat Vor- und Nachteile. Meine Tochter würde einen konservativeren Ansatz schätzen, immer, wenn ich ihr etwas zeige, wir wir es gelernt haben, sagt sie nachher: "Warum sagt uns das denn keiner, das ist ja eeeeeeasy?!!"

Ich finde, sie würden die beiden Lektionen, die jetzt für Frühfranzösisch aufgewendet werden, gescheiter in Deutsch investieren. Die Erstsprache richtig gut können ist ein klarer Vorteil, wenn man eine Zweitsprache lernt. Oder meinetwegen mehr Musik, mehr Zeichnen, mehr Sport, irgendwas... Alles wäre besser als das. Denen, welchen das Französisch in der Primar Spass macht, wird es auch in der Oberstufe noch gefallen, wenn sie es dann das erste Mal haben. Aber janu...

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Zwacki
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Re: Wie findet ihr den Französisch Unterricht?

Beitrag von Zwacki »

Aryu: ja genau, Aargau :-) - ich hole das Buch manchmal noch hervor, trotz Google und allem :-) Ja Du hast recht mit dem Fokus, der ist mehr aufs Mündliche ausgerichtet als zu unserer Zeit.

Ja ich seh das auch so mit dem Deutsch, im Franz muss jedes é, è, ê von Anfang an sitzen und gibt grad Fehler, und im Deutsch seh ich immer noch schlimme Sachen (z.B. bei den Fällen). Bei uns ist das Problem, dass sie nur ein Jahr Französisch haben in der Primar (hat jetzt aber geändert beim tieferen Jahrgang, die haben neu auch Dis Donc und nicht mehr Envol) und in der Bez dann aber viel mehr verlangt wird als sie lernten, da kommt man auf die Welt, das ist schlecht abgesprochen.

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dede
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Re: Wie findet ihr den Französisch Unterricht?

Beitrag von dede »

aryu hat geschrieben: So 16. Mai 2021, 20:48

Ich finde, sie würden die beiden Lektionen, die jetzt für Frühfranzösisch aufgewendet werden, gescheiter in Deutsch investieren. Die Erstsprache richtig gut können ist ein klarer Vorteil, wenn man eine Zweitsprache lernt.

Das fände ich auch besser!

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Re: Wie findet ihr den Französisch Unterricht?

Beitrag von sonja32 »

Gestern war wieder Franz mit Dis Donc. Genau @Zwacki, es ist mieserabel abgestimmt. Die sind alle nicht vorbereitet (ausser ein paar wenige) auf das hohe Franz Niveau der Bezirksschule.

Nach einem Jahr Franz. konnte gestern niemand ein er verb richtig konjugieren. des und les waren auch fremdwörter. unterschied unbekannt, ganz zu schweigen von avoir und etre. allerdings bringt es auch nichts, dass die lehrerin das lehrmittel und die schüler nicht mag, so kommt man auch nicht weiter.
Sonja mit iceprincess (16) und kleinronaldo (13)

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ChrisBern
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Re: Wie findet ihr den Französisch Unterricht?

Beitrag von ChrisBern »

Haha, ich habe FR kurz nach der Wende in der DDR gelernt bei umgelernten Russischlehrern, die ungefähr zwei Lektionen weiter waren als die Klasse. ;-)
Aber: ich liebe Französisch, habe es später auch als Leistungskurs gewählt, fahre total gerne nach F in die Ferien. Auch meine Eltern fanden F toll, obwohl sie kein Worte sprachen. Ich musste immer alles organisieren, was habe ich Blut und Wasser geschwitzt...Ich hatte zwei Schüleraustausche, die mich mega motiviert haben. Und wir hatten so viel spass... :-)

Ich erinnere mich null an die Lehrmittel, das passte irgendwie schon. Am besten fand ich, dass wir viele Bücher lesen mussten.

Ich bin so dankbar, habe ich doch recht gut FR gelernt, ich habe fünf Jahre in Fribourg gearbeitet und jetzt arbeite ich quasi zweisprachig DE und FR. Meinen Job hätte ich ohne gute FR Kenntnisse nicht bekommen. Meine Tochter startet Im Sommer damit (3. Klasse) und ich hoffe, es gelingt mir, meine Begeisterung zu transportieren! Ich finde, wenn man in bern wohnt, ist es einfach dumm, bezüglich FR nicht alles mitzunehmen, was geht. Das verschafft solche Vorteile bei der Jobsuche!

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iselle
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Re: Wie findet ihr den Französisch Unterricht?

Beitrag von iselle »

ChrisBern hat geschrieben: Di 18. Mai 2021, 08:48 Haha, ich habe FR kurz nach der Wende in der DDR gelernt bei umgelernten Russischlehrern, die ungefähr zwei Lektionen weiter waren als die Klasse. ;-)
...
So spannend! War das irgendwie lehrreich?
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aryu
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Re: Wie findet ihr den Französisch Unterricht?

Beitrag von aryu »

ChrisBern hat geschrieben: Di 18. Mai 2021, 08:48 Ich finde, wenn man in bern wohnt, ist es einfach dumm, bezüglich FR nicht alles mitzunehmen, was geht. Das verschafft solche Vorteile bei der Jobsuche!
Ich halte das Frühfranzösisch einfach für ineffizient.

Ich glaube, wenn man einen Vergleich machen würde zwischen Kindern, die nach unserem System zwei Jahre Französisch ab der 5. Klasse hatten und solchen, die (wie früher bei uns nach altem System) erst in der Oberstufe mit Französisch anfangen, dann könnten die, die später angefangen haben, schon nach 3 Monaten mehr als jene, die schon zwei Jahre in der Primar französische Liedli gesungen haben.

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ChrisBern
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Re: Wie findet ihr den Französisch Unterricht?

Beitrag von ChrisBern »

iselle hat geschrieben: Di 18. Mai 2021, 09:06
ChrisBern hat geschrieben: Di 18. Mai 2021, 08:48 Haha, ich habe FR kurz nach der Wende in der DDR gelernt bei umgelernten Russischlehrern, die ungefähr zwei Lektionen weiter waren als die Klasse. ;-)
...
So spannend! War das irgendwie lehrreich?
Ich finde eher spannend, dass es mir dadurch die Sprache nicht verleidet hat, obwohl der Unterricht echt ein Witz war. Aber eben, nach der Wende war im schulsystem eh viel durcheinander, da kam es darauf nun auch nicht an. Und man kann unabhängig vom Lehrmittel oder der Lehrperson etwas lernen oder auch nicht. Ich fand FR einfach toll und hab mich da durchgebissen. Daher finde ich es unzureichend, nur dem Lehrer oder dem lehrmaterial "alles in die Schuhe zu schieben". Ich hatte beispielsweise total coole Chemielehrer, habe das Fach aber einfach gehasst. Ich glaube, es ist recht kompliziert zu erklären, wann man etwas mag, es einem leicht fällt etc. Da haben so viele Faktoren Einfluss!

Ich höre einfach von vielen Deutschschweizern oder auch Deutschen, dass FR "ein mist" ist und einfach viel zu schwer und unlogisch. Das mag ja stimmen (wobei ehrlich, ich möchte nicht DE lernen, das ist ja noch komplizierter!). Ich glaube, die Kinder übernehmen das dann auch rasch und gehen schon mit einer negativen Haltung an die Sprache. Das finde ich schade. Mein Neffe erklärte mir ganz klar, er wähle sicher nicht FR in der Schule, das sei unbrauchbar und viel zu schwer. Finde ich komisch, er hat sich ja noch nie damit auseinandergesetzt. Jetzt macht er Spanisch...

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