Dr. Karg Gedichte / Teil 2

Moderator: Phönix

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Dr. Karg
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Sorgende Hände

Beitrag von Dr. Karg »


Sorgende Hände

Sorgende Hände wissen,
Was an Arbeit zu leisten ist.
Sie bleiben nicht in den Kissen,
Sinnen auch auf keine List.

Es ist doch gar zu leicht,
Arbeiten auszuweichen,
Wo man mit Jammern erreicht,
Dass andere die Hände reichen.

Sorgende Hände kennen
Menschlichen Willen zu gut.
Deshalb werden sie sich bekennen
Zu notwendigem Arbeitsmut.


©Hans Hartmut Karg
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Dr. Karg
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Bebilderte Lust

Beitrag von Dr. Karg »


Bebilderte Lust

Schön erscheinen uns Bilder der Welt,
Mit denen das lebendige Dasein lockt
Und alles uns so herrlich verstellt,
Wenn das suchende Auge eingeloggt.

Ist das nicht unsere tragende Säule,
Der Augensinn, dem kein Geheimnis heilig,
Wenn ihm mitunter durchgehen auch Gäule,
Weil er sich stemmt gegen Langeweile?

Das Netz hat alles für ein suchend' Gemüt,
Dort bleiben ja keinerlei Wünsche offen,
So dass auch der Stier mit heißem Geblüt
Darf dort auf reichliche Anregung hoffen.

Ach, grenzenlos scheinen auf Netzes Wegen
Die suchenden Seelen den Bildern verfallen,
Wenn sie sich nur noch darauf verlegen,
Dass das Virtuelle kann ihnen gefallen.


©Hans Hartmut Karg
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Die Last mit der Lust

Beitrag von Dr. Karg »


Die Last mit der Lust

Ist die beste Welt nichts als Versuchung
Oder immer Sodom und Gomorrha?
Sind die Lebensläufe nicht Zumutung,
Seit man auf den ersten Menschen sah?

Da sind Sublimierungen doch tröstlich,
Mit denen die Last der Lust entschwindet,
Weil dann jede Tagesarbeit köstlich
Sich zur Zufriedenheit gerne hochwindet.

Oder aber: Ist es die Umlenkung,
Mit der Arbeit ersatzleistend beginnt,
Wenn mit viel zu vieler Lastverrenkung
Lust an Lebensglücken vorbeirinnt?

Keine Antwort weiß ich, ausgekostet
Hab' ich schon das eine und das andere Leben,
Damit Neugierde mir ja nicht rostet,
Nur der bloßen Tageslast ergeben.


©Hans Hartmut Karg
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Wieder Strahlenbilder

Beitrag von Dr. Karg »


Wieder Strahlenbilder

Früh erscheint es an der Wand,
Das Strahlenbild der jungen Sonne,
Bringt sich heute breit ins Land
Ist der Augensinne Wonne.

Sonnenbilder an den Wänden
Zeigen uns den Gang ins Jahr,
Dass wir fleißig mit den Händen
Aussä'n, wie das immer war.

Ja, die Strahlenbilder bauen
Brücken uns zu Sonnentagen,
Damit wir sie gerne schauen,
Denn sie lösen still die Fragen...


©Hans Hartmut Karg
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So lebensgern

Beitrag von Dr. Karg »


So lebensgern

Es freuen sich die Tannen,
Wenn wieder heiter, ohne Plage
Kälte und Schnee von dannen
Und abgewehrt die Wintertage.

Wie leuchten die Christrosen dann
Als Zierde an murmelndem Bache,
Erwecken Wälder so langsam
Zu lebensspendender Ursache.

Selbst Randfichten, die atmen auf,
Wenn sanfte Winde sie erfassen,
Und das Grünen im Jahrverlauf
Kann von der Sonne nicht mehr lassen.

So lebensgern strebt die Natur
In dieses Kleid, das ihr gebührt.
Darüber staunt der Mensch ja nur,
Von seinen Augen hingeführt.


©Hans Hartmut Karg
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Kleinkind und Greis

Beitrag von Dr. Karg »


Kleinkind und Greis

Als Kleinkind hat man Dich gerne getragen,
Nah, berührt die kleine Hand gehalten.
Sanft hörtest Du die Mutterstimme sagen,
Dass Hütekräfte über Dir wohl walten.

Um Dich herum standen Verwandte
Und sahen lächelnd diesen Kleinen liegen.
Da waren Freunde, Paten, Onkel, Tanten,
Sanftlieder durften in den Schlaf Dich wiegen.

Dem Greis ist das im Alter nicht vergönnt,
Davon wird er ja nichts mehr abbekommen.
Man hat es sich schon lange abgewöhnt,
Dass diese Alten bei uns wahrgenommen.

Ein Greis wird auch nicht mehr getragen,
Höchstens von Pflegern noch herumgeschoben,
Und niemanden hört er schließlich mehr sagen:
„Sei lieb“, wenn ins Geviert er wird gehoben.


©Hans Hartmut Karg
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Dr. Karg
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Haben wir uns nicht geschworen

Beitrag von Dr. Karg »


Haben wir uns nicht geschworen

Haben wir uns nicht geschworen
Das Sonnenlicht wieder anzuhimmeln,
Im Strahlengang sitzend, wie neugeboren
Zum Ausritt bereit auf Rappen und Schimmeln?

Ja, es wird Zeit für bedächtiges Traben,
Geruhsam dem grünenden Walde zu,
Denn jetzt, wo wir wieder alles haben
Beflügelt dies auch des Wanderers Schuh.

Komm doch mit uns, begleite die Reise
Als Gefährte, wie einstmals die Götterboten
Und höre hin, wo das Summen ganz leise
Sich einbringt – ohne Melodie und Noten.

Es ist doch der Immen fleißige Tracht,
Mit der sie zum Stock von Blüten geflogen
Heimtragen ihre herrliche Pollenpracht,
Wenn ihnen die Sonne bleibt weiter gewogen?


©Hans Hartmut Karg
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Es scheint mir

Beitrag von Dr. Karg »


Es scheint mir

Es scheint mir
als würden die Räume jetzt kleiner,
so unbeugsam in die Ferne gezogen,
gekrümmter Zeitenwende geschuldet.

Wo sehen noch
trübsteuernde Augensterne
den auflebenden Glanz
einer nahestehenden Hoffnung?

Sind sie nicht
der Zeit enthobene Blindläufe,
die zu leeren Begleitern werden,
miniaturhaft verzwergt?

Es scheint mir,
als würden die Raummaße gerädert,
nur noch als Kürzel erlebbar
in Zeiten verlorener Nähe.


©Hans Hartmut Karg
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Feiner Regen

Beitrag von Dr. Karg »


Feiner Regen

Feiner Regen rinnt sanft ins Fass,
Vom Dach zu Rinne und Fallrohr.
So bringt das erwünschte Nass
Morgens jene Geräusche hervor,
Welche Hoffnung und Lebensmaß.

Jetzt müssen wir ihn auffangen,
Denn er rettet die ersten Saaten,
Damit deren Feuchteverlangen
Sie aufbaut zu ihren Wuchstaten,
Körnchen zu keimen anfangen.

Denn sonst droht uns viel Leid,
Wenn nur noch besonnt die Tage
Und die jahresfrühe Trockenheit
Wird allen Gärtnern zur Plage,
Wo die Pflanzen längst keimbereit.


©Hans Hartmut Karg
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Netzwelten

Beitrag von Dr. Karg »


Netzwelten

Schwimmen die Netze in globalen Weiten,
Aufgespannt nur in sonnendem Glanze?
Wollen sie uns Harmlosigkeit verbreiten,
Worte aufgreifen, womit man dann tanze?

Werden überhaupt noch Anker ergriffen,
Deren Haltegurte schlaff im Wasser liegen,
Auf besänftigende Retter zugegriffen,
Welche Wildbesänge hindern am Bekriegen?

Ja, das Netzwerken spinnt seine Taten aus,
Sinnt darauf, dass wir ihm erhalten bleiben.
Doch wo wir vertrieben aus unserem Haus,
Lässt sich da noch eigene Freiheit betreiben?

Es ist ja so, dass Netzwerke auch fangen,
Sich nicht um Befindlichkeiten scheren,
Um so an Deine Seelenträume zu gelangen,
Pflegen sie doch nur ihr Dauerbegehren.

Da hat sich die Suchtwelt fest eingegraben
In den Scheinschutz bleibender Illusionen.
Der Mensch glaubt sich mit seinen Gaben
Noch frei beweglich in ureigenen Zonen.

So fragen wir bald nach netzfreien Zeiten
Und suchen wieder die intimeren Räume,
In denen wir unsere Horizonte ausweiten –
Abseits der global vertriebenen Träume.


©Hans Hartmut Karg
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Schneeglanz

Beitrag von Dr. Karg »


Schneeglanz

Nachts zog die eistragende Wand
Noch einmal aus hohem Nordosten
Und zeigte morgens unverwandt
Schneehauben auf den Gartenpfosten.

Wir hatten viel zu früh beschlossen,
Den harten Winter zu verdrängen,
Schon Sonnentage kurz genossen,
Wo jetzt die Tongirlanden hängen.

Doch es soll noch nicht Frühling sein,
Was wir so sehnlichst uns erwarten.
Der weiße Schneeglanz trug allein
Die Kälte wieder in den Garten.

So müssen wir denn weiter bangen:
In warmen Räumen ist's so recht
Mit Bildern Sehnsüchte zu fangen –
Da sah ich schon den ersten Specht...


©Hans Hartmut Karg
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Schwälbchengleich

Beitrag von Dr. Karg »


Schwälbchengleich

Schwälbchengleich glitt sie hinaus,
entschwand durch diese graue Tür,
durch die sie elegant sich wand.

Schien es mir Scheinflucht, gar Erregung,
wie sie in engem Kleid den Körper bog,
schon abgewandt den Augentieren?

Ich wusst' es nicht, will's nicht mehr wissen,
konnte vom Augenglück die Sünde da nicht scheiden.

Und doch blieb mir die Anmut so erinnerlich,
dass sie Erfüllung suchte für künftiges Sehnen...


©Hans Hartmut Karg
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Aufforderung

Beitrag von Dr. Karg »


Aufforderung

Bist Du?
Hast Du?
Sollst Du?
Willst Du?
Kannst Du?

Deine Hilfe will man haben!
Man stützt sich auf Deine Gaben,
die man selbst nicht schultern will!

Will doch!
Trag' doch!
Find doch!!
Bring doch!
Mach doch!

Bist Du selbst noch nicht imstande,
zu werken mit eig'nem Verstande,
dann erlern' doch dieses Ziel!


©Hans Hartmut Karg
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Zuletzt geändert von Dr. Karg am So 21. Mär 2021, 08:38, insgesamt 1-mal geändert.

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Trauerleid

Beitrag von Dr. Karg »


Trauerleid

So viele Menschen mussten gehen,
Die hätten noch gern bleiben wollen:
Schrecklich viel Trauer da zu sehen,
Die wir dem Virus müssen zollen.

Der größte Schlag der Pandemie:
Nicht einmal Abschied nehmen können.
Das gab es doch im Leben nie:
Sich keinen letzten Blick zu gönnen.

Das Trauerleid, einsam getragen,
Der Sterbende bleibt ganz allein.
Er kann im Ringen nicht mehr sagen:
„Ich will mit Dir verbunden sein.“

Die Hand kann nicht die andere halten,
Kein Streicheln ist jetzt mehr erlaubt,
Kein Trost, wenn die Leibe erkalten,
Weil Einsamkeit die Seele raubt.

Das ist schon die furchtbare Zeit,
Welche das Virus uns beschert,
Nicht mehr zur Gnade dort bereit,
Wo der Erdkreis trauerbeschwert.

So viele Menschen mussten gehen,
Die noch gern hätten bleiben wollen:
Schrecklich viel Trauer ist zu sehen,
Die wir dem Virus müssen zollen.


©Hans Hartmut Karg
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Gegen Versagensängste

Beitrag von Dr. Karg »


Gegen Versagensängste

Ein Test ist nur ein Test – nicht mehr!
Da musst Du keine Angst aufbauen.
Vieles ist gar nicht so schwer,
Du darfst den Lehrern schon vertrauen!

Suche rasch aus, was Dir leicht.
Löse richtig, was Du kennst!
Dein Wissen ist es, das ausreicht,
Damit Du Dich da nicht verrennst.

Du kannst es, ja, Du hast doch Biss,
Wenn Du auf die Texte schaust!
Dann gibt es für Dich keine Wirrnis,
Wenn auf Logisches Du baust!

Deshalb lass' Dich gar nicht schrecken
Von Aufgaben, Du kennst sie alle!
Die Lösungslust musst Du entdecken,
Dann gibt es für Dich keine Falle.


©Hans Hartmut Karg
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Sphärenklänge

Beitrag von Dr. Karg »


Sphärenklänge

War es Hermes, war es Zeus,
Dessen Klänge Fährten legten?
Kamen sie aus dem Gehäus',
Wo die Seelen sich bewegten?

Heut' kommen sie von weit her,
Unverhofft, ohne Begleitung,
Schieben sich nah zu mir her,
Schaffen dem Gemüt Bereitung.

Sphärenklänge heben auf
Zeiten und gar viele Sorgen,
Schieben Sonne in den Lauf,
Wo sie Heil uns wollen borgen.

So spannt breites Welterzählen
Sich in Weisen, die verharren,
Wollen mich als Hörer wählen,
Um mir Nöte zu ersparen.


©Hans Hartmut Karg
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Das Verlogene ist das Verlorene

Beitrag von Dr. Karg »


Das Verlogene ist das Verlorene

Wie könnte man sich je zur Freiheit führen,
Wo nicht Liebe ein Leben bestimmt?
Wie kann man dort noch Zuwendung spüren,
Wo man die Wahrheit nicht ernst mehr nimmt?

Sie war schon immer so programmiert
Auf Lösungen – doch mit kleinen Lügen.
Dem Ehrgeiz die ganze Macht gebührt:
Sie musste Menschen immer besiegen.

Geboren aus Minderwertigkeitskomplexen
Dürfen sich vertrauensvoll sie nicht fallen lassen.
Dadurch führen sie sich selbst zum Verhexen,
An dessen Ende steht Männerhassen.

Als Zweitgeborene, so glaubte sie,
War Erstgeborener immer Nummer eins.
Auf ausgleichende Ideen kam sie nie –
Entweder ich – oder eben gar keins!

Erst später spürte sie, was doch Verlust,
Wie sehr sie Naturwüchsigkeit verloren.
Ihr Gemüt wurde so zu verballtem Wust,
Der in Lug und Trug ward eingeboren.

Nichts kann man später zurück holen,
Was man einmal selbst verbogen hat.
Da hilft auch kein flehentliches Wollen,
Unumkehrbar bleibt diese Missetat.


©Hans Hartmut Karg
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Öffnen! Endlich öffnen!

Beitrag von Dr. Karg »


Öffnen! Endlich öffnen!

Ach, Gott, wieder einmal shoppen,
Viele warten schon vor ihrem Markt.
Das Virus will uns weiter foppen –
Doch alle Plätze zugeparkt!

Wir brechen das jetzt übers Knie:
Wie lange sollen wir noch warten?
Gelungen ist die Strategie:
Geimpfte dürfen endlich starten.

Geöffnet, leuchtend alle Läden,
Sehnsüchtig kommen viele Kunden,
Fahren herein zu ihren Städten
Und drehen kauflustig die Runden.

Nur so geht unsere Seele auf,
Denn Leben giert nach Warenschauen.
Die Wirtschaft hat da ihren Lauf,
Man darf auf diese Kundschaft bauen!

Was wär' der Mensch ohne Geschäfte,
Was ohne seinen Blick zum Nächsten?
So sammelt man selbst Lebenskräfte,
Die Werbung darf uns gern zutexten...


©Hans Hartmut Karg
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Von überall her

Beitrag von Dr. Karg »


Von überall her

Von überall her kommen Lichter,
Wenn der Frühling wieder aufsteht.
Da wachsen dann zu dem Dichter
Die Bilder, wenn er wandern geht.

Viel tausendmal Wege gegangen
Ist er, und doch immer neu
Sieht er im Lenz Blumen prangen,
Die seinen Wegen so treu.

Huflattichblüten sind offen,
Geben seinen Lungen Kraft,
Lassen ihn erneut darauf hoffen,
Dass die Atmung es wieder schafft.

Jetzt lebt auf eilsame Freude,
Denn Frische lüftet die Lungen.
Nichts hindert ihn daran heute,
Die Natur hat ja tausend Zungen.


©Hans Hartmut Karg
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Von den Balkonen aus

Beitrag von Dr. Karg »


Von den Balkonen aus

Sind es nicht Perspektiven des Lebens,
Wenn wir von Balkonen schauen,
Dabei sehen, was mitunter vergebens
Nicht mehr auf das Schicksal darf bauen?

Doch steht noch die Macht im Geschick,
Wenn unrühmlich manches gelaufen?
Hängt das Schicksal nicht allen im Genick,
Können wir uns Sicherheit kaufen?

So geht der Blick hin zur Deponie,
Wo wir sehen, was wir angerichtet,
Als man uns noch alle Freiheiten lieh,
Der Umwelt zu nichts verpflichtet.

Vom zweiten Balkon geht der Blick zur Stadt,
Zu den Häusern, den Einkaufstempeln,
Wo fast ein jeder sein Auskommen hat,
Nur ganze wenige müssen noch stempeln.

Erst der dritte Balkon zeigt uns den Garten,
Hochbeete, die schon zur Bepflanzung bereit,
Wo im Frühbeet die vielen Setzlinge warten
Auf ihre große, tragende Lebenszeit.

Dort seh' ich auch die Kirchen, das Schloss,
Den Fernsehturm hoch oben am Berg,
Wo die Lebenswünsche einstmals groß
Aufkeimten – da noch beim Gartenzwerg...


©Hans Hartmut Karg
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