Dr. Karg Gedichte / Teil 2

Moderator: Phönix

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Dr. Karg
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Worte sind

Beitrag von Dr. Karg »


Worte sind

Worte sind Mahner
in Zeiten wachsender Depressionen,
können mitunter leidenden Seelen auch helfen.

Worte sind Täter,
wenn sie uns nur zeigen wollen,
was man mit ihnen anrichten kann.

Worte sind Befreiung,
wo sie Tyranneien offenlegen,
geboren aus allmächtigem Machtanspruch.

Worte sind Retter,
wenn wir ihnen die Chance geben,
unser Gewissen als Himmelswerk zu begreifen.

Worte sind Liebesdienst,
wann immer wir sie aussprechen
als Bindungswerk in einer Welt der Ausflüchte.

Worte sind heiligend
im Wissen um ihre Bedeutung,
Menschen veredelnd aufzuerbauen.


©Hans Hartmut Karg
2021

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Dr. Karg
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Dem Geburtstagskinde

Beitrag von Dr. Karg »

Dem Geburtstagskinde

Ach, weißt Du:
Manchesmal ward es mir schwer,
als feiner Mensch in der Zeit zu bestehen,
menschlicher zu sein,
wenn doch im Nu
Unbotmäßigkeiten daherkommen,
um meine Seelenkräfte stramm zu überrennen.

Doch wisse, Geburtstagskind,
dies alles bleiben Marginalien,
wenn Du nachdenkend klug bleibst,
Lob Dir als Lohn gewiss sein wird!

Halte Dich nicht mit Lappalien auf,
das Leben bleibt stets dem Neuen offen.

Genieße mir heute Dein Wiegenfest
im Kreise der verbliebenen Lieben,
selbst wenn ich nicht dabei sein kann
und spüre, wie ich Dich doch mag –
Du immerwährender Segen!

Die Pandemiezeit ist nur ein Test,
den wir bestehen können und wollen,
weil wir befolgen, was uns heilsam bleibt.

So wünsche ich Dir all das,
was ich mir auch wünschen würde
an einem Tag wie diesem, dem schönen.


©Hans Hartmut Karg
2021

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Dr. Karg
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Winterschäden

Beitrag von Dr. Karg »


Winterschäden

Am Gehsteig sieht man gebrochene Kanten,
Der Winter allein hätte das nicht geschafft.
Als früher Menschen das Salzen nicht kannten,
Kam nur der Winter mit all seiner Kraft.

Jetzt sieht man überall weiße Salzfelder
An Teernähten getrockneter Rinnsale entlang.
Am Gehsteig rostet ein Abfallbehälter –
Und das Jahr geht in seinen Frühlingsgang.

Das Salz zerstört alles und beibt Zeuge,
Vielleicht müsste man die Haftung ändern,
Dass man sich nicht der Streupflicht beuge,
Wie das ja auch in anderen Ländern.

Natürlich überwuchert das Grün die Schäden,
Doch im Erdreich vergisst die Natur keinen Winter.
Wollen wir immer nur von Umweltschutz reden
Und denken wir auch an die Zukunft der Kinder?


©Hans Hartmut Karg
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Alltagsgeheimnis

Beitrag von Dr. Karg »


Alltagsgeheimnis

Es ist und bleibt Alltagsgeheimnis,
Dass manche so gut planen können:
Der Leben ist doch kein Verlies –
Ans Machen muss man sich gewöhnen.

Man weiß doch, wie das Chaos wabert
Und wo der Stress die Runde macht.
Sie planen, weil man nichts verlabert
Und handeln dabei mit Bedacht.

Feiern lassen sich vorbereiten:
Alles gekauft, fein ausgelegt!
Wo manche um Lappalien streiten,
Sind Handelnde schon beim Gedeck.

Wenn Menschen alles diskutieren,
Kommen sie selten hin zum Handeln,
Können zwar tolle Reden führen,
Doch selten zur Erfüllung wandeln.

Die gute Feier ist perfekt,
Wenn man vorher alles bedenkt
Und nicht zu lange überlegt,
Welcher Wein wird ausgeschenkt.


©Hans Hartmut Karg
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Im KI-Orkus

Beitrag von Dr. Karg »


Im KI-Orkus

Fest zwingend fährt der leere Bus,
Kein Laut verlässt menschliche Lippen:
Ohne Fahrer rast er nun im Schuss
Niemand zieht noch seine Strippen.

Menschenverlassen bewegte Welt
Selbst dort, wo noch ein wenig Hoffen:
Kein Steuern sucht nach einem Held,
Niemand ist da wirklich betroffen.

Selbstfahrend lotst der Bus das Steuer,
Konsterniert schauen die Passanten.
Das ist ihnen alles nicht ganz geheuer:
Wo wird dieser Bus denn wohl landen?

Im KI-Orkus versagt unser Sinn,
Haben wir denn noch dieselben Ziele?
Denn wo wegfällt überzugender Sinn,
Hinterlässt das auch Dunkelgefühle...

Nein, Aus ist Aus, nichts tritt da heraus,
Wo nichts mehr fällt in den Staub.
Man sieht keinen Narren im Hexenhaus,
Ist das nicht auch Lebensraub?


©Hans Hartmut Karg
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Erste Mückchen

Beitrag von Dr. Karg »


Erste Mückchen

Heute kamen sie schon in die Wohnung,
Der Winter scheint ihnen vorbei.
Sie brauchen keine Wetterschonung,
Denn für sie ist bald wieder Mai.

Die ersten Mückchen tanzen schon,
Wie ausgelassen ist dieses Fliegen!
Der Frühling ist ja ihr erster Lohn,
Womit sie heut' richtig liegen.

Denn schon am Morgen ist es hell,
Viel Wärme an Südhängen, überall.
Die Natur erholt sich wirklich schnell,
Lässt sie fliegen – ganz ohne Zahl...


©Hans Hartmut Karg
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Mir fehlen

Beitrag von Dr. Karg »


Mir fehlen

Mir fehlen die Freiheitsgedanken,
Nicht die bezahlten Medienwitzbolde,
Bei denen selten Muskeln wanken,
Als wär' es das Erlesene, Holde.

Mir fehlen die Ironiewitze,
Die alles immer nur andeuten,
Herkommen ohne die Tarnmütze,
Wo nicht mehr die Kanonen läuten.

Mir fehlen heut' freie Gesellen,
Die nicht nur mit Wortstaub aufwarten,
Sich ehrlich redewendend stellen
Und Kumpaneien nicht erwarten.

Mir fehlen gute, kluge Reden,
Denen es nicht um's Feindbild geht,
Die abbauen so manche Fehden,
Weil man doch für Freuden einsteht.

Mir fehlen zahlreich Offenheiten,
Die auf Abwertung nicht aus sind,
Aufbauend lösen menschlich' Leiden,
Da sie daheim im Frohsinnwind.

Mir fehlen auch tote Verwandte,
Mit denen es Begegnung gab,
Die mich empfingen nicht am Rande,
Denn niemand brach damals den Stab.

Mir fehlen Menschen so wie Du
Auf die ich mich verlassen kann,
Die gürten ihren eigenen Schuh –
Und kommen ohne Gram und Wahn.


©Hans Hartmut Karg
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Auf dem Plateau

Beitrag von Dr. Karg »


Auf dem Plateau

Auf dem Plateau seh' ich, was ich erreicht,
Wie hoch hinauf ich bisher gekommen.
Ja, der Aufstieg, er war mir nicht leicht –
Und ist mir doch recht gut bekommen.

Da oben geht es jetzt nicht mehr weiter,
In allen Richtungen gibt es nur Abstieg.
Zwar bleibt das Wetter oberhalb heiter,
Doch ist wirklich nichts da droben im Krieg?

So muss ich mich endlich entscheiden:
Will ich denn bleiben oder gehen?
Hier habe ich zwar weniger zu leiden,
Denn ich kann dort den Himmel sehen.

Allein, so ist das im Lebenslauf,
Vorhersagen bleiben spekulativ.
Ich nehme deshalb den Abstieg in Kauf,
Weil anderswo man längst nach mir rief...


©Hans Hartmut Karg
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Dem wandelnden Sinn

Beitrag von Dr. Karg »


Dem wandelnden Sinn

Dem wandelnden Sinn
kommt hohe Bedeutung zu,
treibt er doch die Gewissheiten
aus ihrer Komfortzone heraus,
um Neues zu finden
in der suchenden
Unendlichkeit
wachsamer
Neugierde


©Hans Hartmut Karg
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Der Unruhetrick

Beitrag von Dr. Karg »


Der Unruhetrick

Der alte Trick wirkt immer noch,
Mit dem Menschen gern ausgegrenzt.
Man sagt, Unruhe sei das Joch,
Mit dem das Böse immer glänzt.

Er würde nur Unruhe bringen
In ein beschaulich-ruhig' Forum.
Da muss man halt die Keule schwingen
Und suchen sich ein breites Quorum.

Man provoziert so lange
Bis einer das nicht mehr aushält
Und nimmt ihn kräftig in die Zange,
Bis er endlich den Fluchtweg wählt.

Hat man genügend dann beisammen,
Die seinen Ausschluss haben wollen,
Kann man ihn ins Verbotene rammen,
Muss keine Aufmerksamkeit mehr zollen.

So kann man Menschen leicht erledigen,
Die zu sehr dort im Fokus stehen,
Um mit der Mehrheit zu bestätigen,
Dass er muss gleich vom Acker gehen.

So hat man immer schon versucht,
Die Geistesgrößen auszuhebeln:
Mehrheiten bleiben dort verflucht,
Wo sie laut rasseln mit den Säbeln.

Sie tragen nichts zum Fortschritt bei,
Denn es geht dabei nur um Macht.
Doch lässt Du zu die Schweinerei,
Hast Du die Folgen auch bedacht?


©Hans Hartmut Karg
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Er korrespondiert nicht mehr

Beitrag von Dr. Karg »


Er korrespondiert nicht mehr

In Krisenzeiten haben manche es satt,
Mit den Mitmenschen zu korrespondieren.
Bei ihnen lief so Vieles nicht glatt,
Deshalb sollst auch Du Einsamkeit spüren.

Gar manche haben es übersatt
Der Anderen Glück immer zu sehen,
Denn was man selber schon nicht hat,
Ignoriert auch das eigene Verstehen.

Manchen hilft dabei dann doch die Flucht,
Sie antworten einfach nicht mehr,
Sehen das Glück des Nächsten als verrucht,
Nie die Freude, nur das Begehr'.

Wer also nicht korrespondieren will,
Dem muss man das Recht zugestehen,
Dass er sich befasst mit anderem Ziel,
Er lässt sich auch nicht umdrehen.

Also auf, getrennte Wege gegangen,
Sich selbst nicht vereinnahmen lassen.
Dein Versuch war ja das gute Verlangen,
Doch anderswohin führen unsere Straßen...


©Hans Hartmut Karg
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Ein erster Marienkäfer

Beitrag von Dr. Karg »


Ein erster Marienkäfer

Knorrig verschlafen hängt der Zweig,
Doch etwas scheint sich zu bewegen:
Ach, die Natur mit Fingerzeig
Will auf das Wachsen sich verlegen.

Wo Knospen nun brechend aufgehen,
Da seh' ich den kleinroten Hügel,
Darauf kann ich die Punkte sehen,
Und jetzt sogar schwirrende Flügel.

Der Käfer sucht das Zweigwerk ab,
Manches gibt es da schon zum Fressen.
Der Frühling bringt auch ihn auf Trab,
Jetzt kommen viele Lebewesen.

Vielleicht ist irgendwo die Frau,
Nach deren Rot Instinkte suchen.
Er kennt sie, weiß so ganz genau,
Dass bald er sie wird hier besuchen.

Das eilt nicht, denn erst wenn er munter
Die Kaltnächte kann überwinden
Und alles Leben wird dann bunter,
Wird er allhier sein Weibchen finden.


©Hans Hartmut Karg
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Märchenhaft

Beitrag von Dr. Karg »


Märchenhaft

Märchenhaft
leuchten versteckt frühe Strahlen
die Hügelkette aus
und tragen uns
so in einen Tag,
der seinesgleichen
sucht.


©Hans Hartmut Karg
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Traumbildnis

Beitrag von Dr. Karg »


Traumbildnis

Aus kleinem Verhältnis steht sie auf,
Um dieser Welt die Stirn zu bieten,
Richtet sich ein im Lebenslauf –
Sie will sich immer selbst gebieten.

Deshalb sucht sie und findet ihn,
Den jungen Mann, der zu ihr passt:
Ja, er kommt auch von unten her
Und nichts, was man dabei verprasst.

Beide sind sie sehr arbeitsam –
Und weil sie menschenwürdig sparen
Erwächst ihnen daraus ein Stamm,
Der glücklich in die Welt gefahren.

Bis heut' sieht er die wahre Größe,
Weil sie sich niemals gehen lässt,
Sich öffentlich nicht gibt die Blöße,
Wo man sich ganz auf sie verlässt.

Zu wachsen, das beginnt mit ihr,
Erhaben sind die Augenblicke,
Bei denen wächst ein Seelen-Wir,
Das aufbaut die Lebensgeschicke.

Sie hält sich fern vom Tratsch der Zeit,
Denn es geht ja um beider Freiheit.
Zum Zeitgeistdienst niemals bereit
Ersparen sie sich so viel Leid.

Er trägt ihr Traumbildnis im Herzen,
Ist stolz auf den Instinkt der Frau,
Die so leicht kann gar viel verschmerzen –
Denn sie kennt uhn und sich genau.

Sie wären ja nicht alt geworden,
Hätten sie sich nicht reich bebildert,
Hätten nicht tröstend mit Worten
Auch schwere Zeiten abgemildert.

So ist auf seine Frau er stolz,
Die fleißig ist und für ihn da,
Früher mit ihm schleppte Brennholz,
Weil sie nicht eitel auf sich sah.

So ist das mit treuer Beziehung,
Wo man die Riffe gern umschifft,
Sich aufrafft zur Liebesbemühung,
Weil man den Partner höherhievt.


©Hans Hartmut Karg
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Blickweite

Beitrag von Dr. Karg »


Blickweite

Nur mit den eigenen Augen sehen,
Da wird der Horizont doch recht eng.
Nur ausgetretene Wege zu gehen
Macht eigenes Wissen gar zu streng.

Wir müssen uns schon überlegen,
Ob wir noch in Vernünften kreisen,
Können mit unseren Belegen
In lautere Vernunftgründe reisen.

Je kürzer unser Auffassungsblick,
Desto kürzer auch die Blickweite,
Womit sich durch das Ungeschick
Ein handfestes Dogma verbreite.

Nur wer den Horizont ausweitet,
Weil er über den Tellerrand blickt,
Der bleibt auch gedankengeleitet,
Wo das Alte ihm nicht mehr genügt.

Er wird nach den Sternen greifen,
Selbst wo er sie nicht greifen kann,
Wird dennoch mit Beweglichkeit reifen,
Weil er nicht gefangen im Eigenwahn.


©Hans Hartmut Karg
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Fragende Gemengelage

Beitrag von Dr. Karg »


Fragende Gemengelage

Da insistiert doch die junge Dame,
Eigentlich noch ein zwölfjähriges Kind:
„Mama, ich hab' da mal eine Frage,
Weil wir jetzt ganz alleine sind.

Liebt der Papa Dich,
Weil Du Dich schminkst
Und er freut sich,
Weil Du Schönheit bringst

Oder liebt er Dich nur,
Weil Du eine Frau bist,
Er sieht Deine Natur,
Wenn er Dich küsst?

„Ach Kind, wenn ich wüsste,
Was in ihm vorgeht,
Weshalb er mich küsste,
Worauf er denn steht!

Danach habe ich ihn niemals gefragt,
Denn solange er sich mit mir abgibt,
Habe ich all diese Fragen vertagt,
Hoffe, dass er mich weiterhin liebt.“


©Hans Hartmut Karg
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Sehen die Augen

Beitrag von Dr. Karg »


Sehen die Augen

Sehen die Augen denn noch richtig,
Können sie gar vollständig wählen,
Müsste das Herz auf Künftiges zählen?

Das Runde geht nicht ins Eckige,
Nimmt alles nur noch erschwerend –
Im Hintergrund glaubhaft belehrend.

Und dann wird doch alles wieder grün,
Es verschwindet das Kalte und Raue,
Wenn am Himmel erscheint das Blaue.

Da stehen die Augen doch in Verwirrung:
Ist nicht das Grün und das weite Blau
Etwas anderes, als des Kaspars Frau?

Schalte deshalb Dein Herz endlich ein!
Erst mit dem Herzen siehst Du richtig,
Was dem Verstande eigentlich wichtig...


©Hans Hartmut Karg
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Sechs Limericks in Coronazeiten

Beitrag von Dr. Karg »


Sechs Limericks in Coronazeiten

Eine junge Frau schminkte sich,
Hatte nur noch Blicke für mich.
Doch als ich erkrankte,
Ins Klinikum wankte,
Hatte Augen sie nur noch für Dich.

*

Die Sonne war gestern recht fahl,
Doch das ist ihr leider egal,
Denn sie hat kein Ziel,
Macht, was sie will,
Nur, was die Lust ihr befahl.

*

Die Uhr schlug mir zu laut,
Da hab' ich sie abgebaut,
Hallt nicht in die Räume,
Jetzt kommen Träume,
Ich denke an meine Braut.

*

Er war ein guter Handwerker,
Wurde darin immer stärker.
Doch dann kam Corona,
Da ging er zur Mona,
Dort hatte er weniger Ärger.

*

Am Morgen in aller Früh',
Als kein Virus Ansteckung spie,
Stieg er ganz elegant
In sein Tagesgewand
Und schrie: „Mich erwicht's nie!“

*

Es wollt' in den besten Jahren
Ein Mann zum Impfen hinfahren.
Doch weil er nur schimpfte
Man ihn nicht mehr impfte,
So ist er nach Hause gefahren.

*


©Hans Hartmut Karg
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Enkeltrickser

Beitrag von Dr. Karg »


Enkeltrickser

Warum werden denn die Alten
Von Enkeltricksern hereingelegt?
Müssen sie sich das vorhalten,
Dass Jugend Freuden erregt?

Trickser wollen an Geld kommen,
Suchen sich die Menschen aus,
Die das Alter mitgenommen
Und die selten geh'n hinaus.

Telefonläuten treibt Sehnsucht:
„Wer mich wohl anrufen wird?“
Endlich hilft die Tagesflucht,
Bei der man noch Freiheit spürt.

Still, einsam und alt zu sein –
Wer könnte das je ertragen?
Da ist niemand gern allein,
Nicht in diesen dunklen Tagen.

Trickser haben es so leicht,
An sehr Alte heran zu kommen.
Wo man ins Vertrauen schleicht
Wird ihnen Geld abgenommen.

Schäbig sind die Enkelmaschen,
Weil Vertrauen man missbraucht.
Alten leert man so die Taschen,
Wenn die Sittlichkeit verraucht.


©Hans Hartmut Karg
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Warum fragen?

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Warum fragen?

Zwischen den weltoffenen Tagen
Gibt es auch Tottage zuhauf.
Sollten wir danach noch fragen
Im enteilenden Lebenslauf?

Vorbei ist doch schon vorbei,
Gegessen ist halt gegessen.
Damit alles immer so sei,
Haben wir manches vergessen.

Dem Gemüt wär's nicht tauglich
Immer nach hinten zu schauen.
Manches wäre nur schauklig,
Würde keine Zukunft bauen.

Augen auf, nicht nachgefragt,
Was nur zu lässlicher Antwort führt.
Manches Fragen macht nur verzagt,
Weil man damit den Mangel aufspürt.


©Hans Hartmut Karg
2021

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